Waldzustand 2025: Noch immer schlecht
Der Waldzustand in Deutschland hat sich 2025 nur leicht verbessert. Es sieht eher schlecht aus. Waldfreund.in fasst die wichtigsten Reaktionen zusammen.
Berlin, 25. Mai 2026. Das Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat hat vorige Woche die Ergebnisse der Waldzustandserhebung 2025 vorgelegt. 80 Seiten umfasst der Bericht (PDF hier). Die Lage des Waldes lässt sich in einem Wort zusammenfassen: miserabel.
Erschreckend ist, dass nur 21 Prozent aller Bäume als völlig gesund gelten können. Als Ursache nennt der Bericht noch immer die Trockenheit der Jahre 2018 bis 2020. In die Erhebung 2025 sind 46.531 Probebäume auf 1889 Probepunkten eingegangen.
Waldfreund.in fasst die Reaktionen der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (SDW), des Deutschen Forstwirtschaftsrats (DFWR) und des BUND zusammen.
SDW
Die SDW in ihrer Funktion als Naturschutzverband meint, dass der Wald wieder mehr Stimme in der Politik erhalten müsse. Der Wald spiele auf vielen Ebenen der Gesellschaft eine so zentrale Rolle. Er gehöre wieder in den Mittelpunkt der nationalen, aber auch der internationalen politischen Arbeit gerückt. „Auch wenn der aktuelle Waldzustandsbericht etwas Hoffnung verspricht, ist es dringender denn je, den Waldschutz weiter voranzutreiben – denn er ist zentral für den Menschen, die Natur und auch für die Wirtschaft,“ sagt SDW-Präsidentin Ursula Heinen-Esser (hier die Pressemitteilung der SDW).
Das sind die Forderungen der SDW zur Verbesserung des Waldzustands:
• Bekämpfung des Klimawandels
• Intensivierung und Beschleunigung des Waldumbaus in artenreiche Mischwälder mit standortgerechten Baumarten und angepassten Wildbeständen.
• Stärkung nachhaltiger Waldbewirtschaftung und Holzverwendung sowie Bürokratieabbau für Waldbesitzende.
• Honorierung der vielseitigen Ökosystemleistungen der Wälder, beispielsweise Erholungsleistung, Hochwasserschutz oder Trinkwassergewinnung als Ergänzung der forstlichen Erlöse.
• Sinnvolle Nutzung natürlicher Verjüngung, etwa dort, wo bereits Mischbestände bestehen. Diese sollte Vorrang vor Pflanzungen haben.
• Verstärkung des Engagements Deutschlands im internationalen Wald- und damit auch Klimaschutz.
• Ausbau der Waldforschung in Deutschland. Die Klimaanpassung unserer Wälder benötigt fundierte Daten und wissenschaftliche Analysen für die Erarbeitung von zukunftsfähigen Konzepten.
DFWR
Der Deutsche Forstwirtschaftsrat (DFWR) teilt mit, die Waldzustandserhebung zeige erneut unmissverständlich, dass der Klimawandel die Wälder massiv unter Druck setze. Trockenheit, Hitze und Extremwetterereignisse würden deutliche Spuren hinterlassen. Aktive Waldbewirtschaftung sei deshalb nicht das Problem – sie sei die entscheidende Voraussetzung dafür, dass Wälder überhaupt eine Zukunft hätten.
„Der Waldumbau hin zu stabilen, vielfältigen und klimaangepassten Mischwäldern gelingt nur durch aktives Handeln der Waldbesitzerinnen und Waldbesitzer sowie der Forstleute vor Ort. Wer Wälder einfach sich selbst überlassen will, ignoriert die Dynamik des Klimawandels. Die klimatischen Veränderungen schreiten deutlich schneller voran, als sich unsere Wälder natürlich anpassen können“, teilt DFWR-Präsident Christian Haase in einer Mail mit.
Deshalb brauche es gezielte Pflege, Wiederbewaldung, Naturverjüngung, standortangepasste Baumarten und eine nachhaltige Nutzung des Rohstoffes Holz. Nachhaltige Holzverwendung binde CO₂ langfristig und schaffe zugleich die wirtschaftliche Grundlage dafür, den Waldumbau überhaupt finanzieren zu können.
„Mit Sorge beobachten wir allerdings, dass in der aktuellen Debatte teilweise der Eindruck entsteht, nachhaltige Waldbewirtschaftung und die sichtbaren Schäden in unseren Wäldern stünden in einem direkten Zusammenhang. Eine solche Verkürzung greift zu kurz und wird der Komplexität der Situation nicht gerecht. Die Kronenverlichtungen bei Eichen, Buchen und anderen Baumarten sind vor allem Ausdruck der massiven klimatischen Belastungen der vergangenen Jahre“, so Haase (zu den DFWR-Seiten geht es hier).
BUND
In einem Kommentar, der Waldfreund.in vorliegt, schreibt Olaf Bandt, Vorsitzender des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), die leichte Erholung in einigen Regionen sei zwar erfreulich, doch leider sei die Gesamtlage der Wälder in Deutschland weiterhin dramatisch.
Sie würden vor allem unter den Folgen der Klimakrise leiden. Ihnen setzen Trockenheit und Dürre, Hitze, vermehrte Stürme, intensive Forstwirtschaft und Schadstoffemissionen aus Verkehr, Industrie und Landwirtschaft zu.
„Deshalb muss die Bundesregierung unsere Wälder dringend besser schützen. Es braucht ökologische Leitplanken für Wirtschaftswälder, 15 Prozent Naturwälder ohne forstliche Nutzung und die Förderung heimischer Laubwälder. Für alte Buchenwälder fordert der BUND einen bundesweiten Einschlagstopp. Dadurch wird ihr geschlossenes Kronendach bestmöglich geschützt. Dort, wo Nadelwälder großflächig abgestorben sind, muss natürliche Wiederbewaldung Standard sein“, so Olaf Bandt (hier geht es zu den BUND-Seiten).
Waldfreund.in hat die Statements redigiert und gekürzt.
Mehr über den Waldzustand bei Waldfreund.in.
