Fichte und Moos brauen sich

Fichte und Moos brauen sich

17. Juli 2026 Aus Von waldreporter

Die Österreichischen Bundesforste (ÖBf) und der Braumeister Axel Kiesbye machen aus Fichte und Moos die Waldbieredition 2026.

Purkersdorf, 17. Juli 2026. Der Wald lebt von unzähligen Beziehungen – viele davon bleiben auf den ersten Blick verborgen. Sie verbinden unterschiedliche Arten miteinander und tragen dazu bei, dass Waldökosysteme stabil und vielfältig bleiben. Eine davon zeigt sich zwischen Fichte und Haarmützenmoos: Während die Fichte die Standortbedingungen prägt, findet das Moos dort ideale Lebensbedingungen. Diese besondere Beziehung steht beispielhaft für die vielfältigen Partnerschaften im Wald und im Mittelpunkt der Waldbier-Edition 2026. Mit ihr startet zugleich ein neuer mehrjähriger Waldbierzyklus, der den Blick auf Baumpartnerschaften und Waldsymbiosen richtet.

„Ein Wald ist weit mehr als die Summe seiner Bäume. Seine Stärke liegt im Zusammenspiel unzähliger Organismen, die miteinander in Beziehung stehen und voneinander profitieren. Mit dem neuen Waldbierzyklus rücken wir genau diese oft verborgenen Verbindungen in den Mittelpunkt. Sie prägen unsere Wälder, machen sie vielfältig und tragen wesentlich zu ihrer Stabilität bei“, so Andreas Gruber, Vorstand für Forstwirtschaft und Naturschutz der Österreichischen Bundesforste.

Natürliche Aromen aus den Bergwäldern des Salzburger Pinzgaus

Ende Mai ernteten Braumeister Axel Kiesbye sowie ÖBf-Revierleiter Franz Gruber und dessen Team im Bundesforsterevier Bruck im Salzburger Pinzgau die charakteristischen Zutaten für das diesjährige Waldbier. Dabei haben die Partner rund zwölf Kilogramm Fichtenwipferl sowie zwei Kilogramm Haarmützenmoos sorgfältig von Hand gepflückt.

Die Ernte führte in einen typischen Fichten-Tannen-Wald auf rund 1700 Metern Seehöhe beim Eingang ins Thumersbachtal. Mit bis zu 1800 Millimetern Niederschlag pro Jahr zählt die Region zu den niederschlagsreichsten Waldstandorten Österreichs und bietet ideale Bedingungen für baumartenreiche Bergmischwälder. Die jungen Triebe der Fichte – die sogenannten Fichtenwipferl – verleihen dem Waldbier frische, zitronige und leicht säuerliche Aromen.

Zu den Fichtenwipferl kommt das Haarmützenmoos – ein typischer Begleiter in fichtenreichen Wäldern. Die Moosart profitiert von den sauren und feuchten Standortbedingungen, die durch Fichtenbestände und ihre Nadelstreu geprägt werden. Gleichzeitig erfüllt sie wichtige Funktionen im Ökosystem: Haarmützenmoos gilt als Pionierpflanze, da es maßgeblich zur Humusbildung beiträgt und den Boden für nachfolgende Pflanzen vorbereitet. Es kann ein Vielfaches seines Eigengewichts an Wasser speichern und unterstützt bei der Stabilisierung des Waldbodens.

Waldbier-Edition 2026 „Fichte – Moos“ ab Herbst erhältlich

„Das Haarmützenmoos dient zur Bierklärung und ersetzt einen Teil der für Bier typischen Hopfenbittere. Zudem bringt es rotfruchtige Nuancen in das Aromenspiel ein. Die jungen Fichtenwipferl sind hocharomatisch und liefern harzig-balsamische Töne, begleitet von frischen, zitronigen Noten und eine dezente Bittere im Abgang. Das Zusammenspiel dieser Zutaten verspricht einen komplexen Gesamteindruck, der den Duft des Waldes nach einem Sommerregen ins Glas bringen soll“, erläutert Braumeister Axel Kiesbye.

Nach der Ernte werden die Zutaten nun weiterverarbeitet und eingebraut. Wie sich die Aromen von Fichtenwipferln und Haarmützenmoos im fertigen Waldbier entfalten, zeigt sich bei der Präsentation der Waldbier-Edition 2026 im Herbst.

Wie seine Vorgänger stellt die Brauerei die Waldbieredition „Fichte-Moos“ in limitierter Auflage her. Von Herbst 2026 ist sie erhältlich. Das Jahrgangsbier kommt in Gourmetflaschen zu 0,75 l und 0,33 l. Aufgrund seines höheren Alkoholgehalts verfügt das Waldbier über eine ausgezeichnete Lagerfähigkeit und lässt sich als Jahrgangsbier nachhaltig sammeln und mehrere Jahre lagern. Bisherige Waldbierjahrgänge sind nahezu ausverkauft und nur mehr vereinzelt bzw. als Sammlerobjekte erhältlich.

Der Geschmack des Waldes – seit 2011 jährlich neu interpretiert

„Seit 2011 bringen wir gemeinsam mit Axel Kiesbye den Geschmack des Waldes ins Glas. Jede Waldbier-Edition macht dabei die Vielfalt unserer Wälder auf besondere Weise erlebbar – von charakteristischen Aromen bis hin zu Einblicken in unterschiedliche Lebensräume und ökologische Zusammenhänge“, so ÖBf-Vorstandssprecher Georg Schöppl.

Ursprünglich als einmalige Sonderedition anlässlich des Internationalen Jahres des Waldes 2011 geplant, entwickelte sich das Waldbier aufgrund des großen Zuspruchs zu einer erfolgreichen Tradition. Während in den ersten Jahren vor allem Nadelbäume die natürlichen Zutaten lieferten, rückten später Waldsträucher, Wildobstarten, besondere Herkunftsregionen und unterschiedliche Waldlebensräume in den Mittelpunkt.

Nach der Jubiläumsedition „Wald der Zukunft“ anlässlich des 100-jährigen Bestehens der Österreichischen Bundesforste im Jahr 2025 beginnt mit der Waldbier-Edition 2026 ein neuer mehrjähriger Zyklus. Unter dem Schwerpunkt „Baumpartnerschaften und Waldsymbiosen“ richten die kommenden Editionen den Blick auf die vielfältigen Verbindungen, die das Leben im Wald prägen.

 

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Der Text ist eine leicht redigierte Pressemitteilung der ÖBf.
Das Waldbier bei Waldfreund.in.

Foto: Braumeister Axel Kiesbye (rechts) und ÖBf-Revierleiter Franz Gruber bei der Ernte der Waldbier-Zutaten / © ÖBf/Roast Media