Waldbrandgefahr steigt rasant

Waldbrandgefahr steigt rasant

29. Juni 2026 Aus Von waldreporter

Feuer verhindern, im Ernstfall richtig handeln – Forderungen der SDW angesichts rasant steigender Waldbrandgefahr

Bonn, 29. Juni 2026. Mit der anhaltenden Hitze im ganzen Land steigt die Waldbrandgefahr massiv. Meist sind nur einige Teile Deutschlands betroffen. Derzeit breitet sich das Gefährdungsgebiet laut Waldbrandgefahrenindex des Deutschen Wetterdienstes (DWD) im ganzen Land aus. Bundesweit besteht im Großteil des Landes „hohe Gefahr“. Die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (SDW) erklärt daher, wie man Brände vermeidet und wie man im Ernstfall handeln sollte.

Ein Waldbrand hat selten natürliche Ursachen wie Blitzeinschläge oder Selbstentzündung von trockenen Pflanzenresten. Weit häufiger sind Waldbrände durch Unachtsamkeit von Menschen (Zigaretten, Grillen, Abstellen des Autos auf trockenem Boden). Auch vorsätzliche Brandstiftung spielt eine große Rolle.

Diese Verhaltensregeln sind laut SDW im Wald zu beachten:

• Das Rauchen ist in vielen Bundesländern von März bis Oktober verboten. In Risikoregionen gilt dieses Verbot oft auch ganzjährig.
• Das Entzünden jeglicher Art von Feuer ist im Wald und am Waldrand nur an ausgewiesenen Feuerstellen erlaubt.
• Heißgelaufene Motoren sind eine Brandgefahr – FahrFahrzeuge nicht im Wald abstellen.
• Bei der höchsten Gefahrenstufe (5) besteht Betretungs-/Befahrungsverbot.
• Waldbrände über den Notruf 112 der Feuerwehr melden, alternativ der lokalen Forstdienststelle, am besten mit Rettungspunkten.
• Sich selbst in Sicherheit bringen!

Um langfristig die Waldbrandgefahr einzudämmen bzw. besser gewappnet zu sein, sieht die SDW bei diesem Thema in Deutschland zukünftig mehr Handlungsbedarf. Vor allem was die Aufklärung im Hinblick auf die überwiegend menschenverursachten Brände angeht. „Mit einem beschleunigten Waldumbau und einer zielgerichteten Wiederbewaldung passen wir unseren Wald besser an den Klimawandel an. Auf diese Weise fördern wir nicht nur den Klimaschutz und die Biodiversität, sondern auch die Resilienz gegenüber Bränden. Dafür braucht es in Zukunft mehr Forschung, mehr finanzielle Unterstützung und vor allem mehr politische Überzeugung“, sagt SDW-Präsidentin Ursula Heinen-Esser.

Forderungen der SDW zur Waldbrandbekämpfung:

• Sensibilisierung zum Thema Waldbrand als wirksame Prävention gegen die hauptsächlich menschenverursachten Brände.
• Weiterer und schnellerer Umbau der Wälder in artenreiche Mischwälder unter Berücksichtigung der Waldbrandprävention.
• Ausbau der Waldforschung in Deutschland. Die Klimaanpassung unserer Wälder benötigt fundierte Daten und wissenschaftliche Analysen für die Erarbeitung von zukunftsfähigen Konzepten.
• Langfristige Stärkung des Wasserhaushaltes in den Wäldern, um trockenen Böden entgegenzuwirken. Oberflächenwasser darf nicht mehr aus dem Wald geleitet werden, sondern sollte im Waldboden versickern.
• Anlage von Löschteichen und Wasserreservoirs in Risikogebieten.
• Eine Förderung der Kapazitäten und der Zusammenarbeit zwischen Forst und Feuerwehr, auch auf internationaler Ebene.
• Flächendeckende Waldbrandüberwachung im gesamten Bundesgebiet und Entwicklung von optischen sowie KI-gestützten Frühwarnsystemen. Drohnen können bei der Identifizierung von Brandnestern helfen.
• Implementierung von TÜV-Regularien und – darauf aufbauend – die intensive Prüfung des Brandschutzes von Windkraftanlagen im Wald.

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Der Text ist eine leicht redigierte und gekürzte Pressemitteilung der SDW.
Die SDW bei Waldfreund.in.

Foto: © Atlantic Ambience von Pexels