Trocken
KOMMENTAR – Erst Naturschutz, dann die Wirtschaft.
Rottenburg am Neckar, 24. August 2026. Wieder ein Apfelbäumchen gepflanzt. Trotzdem (drei Ausrufezeichen) !!! Das Glück dieses Bäumchens ist, dass es im Garten steht. Luther, oder wer auch immer, könnte es also gießen. Zumindest solange die Zisterne noch voll ist. Unter Umständen funktioniert das auch auf einer Streuobstwiese.
Im Wald funktioniert das nicht. Aufforsten ist unter den Bedingungen dieser Trockenheit zu einem schwierigen Vorhaben geworden.
Ebenso leiden alte Bäume. Fichten, die eher ein feuchtkaltes Klima bevorzugen, haben kaum noch eine Chance. Aber auch Buche und Ahorn verfärben sich jetzt (WLS) schon und werfen ihre welken Blätter ab. Zum Beispiel der Landkreis Tübingen: Die Wälder dort sind dem Klimawandel nicht gewachsen. „Aber dass es so schlimm wird“, habe sie doch überrascht, sagt Verena Strasdeit, stellvertretende Leiterin der Forstabteilung des Landratsamts Tübingen im Schwäbischen Tagblatt (13.08.2026).
Wichtig ist, dass wir die Zusammenhänge in die richtige Reihenfolge bringen.
An erster Stelle stehen gesunde Ökosysteme, Waldschutz, Naturschutz, Klimaschutz, Klimaneutralität asap, CO2-Stopp.
An zweiter Stelle kommt die Wirtschaft.
Nie ist das so deutlich geworden wie in der Trockenheit 2026. Schifffahrt – kaum möglich. Es sollte sogar einem Verkehrsminister einleuchten, dass zuerst Wasser da sein muss. Erst wenn Wasser da ist, können Schiffe fahren. Eigentlich klar wie Quellwasser. Dennoch glaubt ein Teil der sogenannten „konservativen“ Mehrheit dieses Landes, inklusive der ebenfalls sogenannten „Liberalen“, erst müsse die Wirtschaft „florieren“, dann könne man sich Klimaschutz „leisten“. OMG! Ein anderer Teil, die AfD, versteht gar nichts.
Nun kann es selbst die Forstwirtschaft nicht regnen lassen. Dennoch begünstigt Waldreichtum Niederschläge. Gesunde Wälder wirken wie ein Schwamm, der die Niederschläge, selbst Starkregen, auffangen und speichern kann. Der Waldboden filtert dieses Wasser, das dann in unzähligen Quellen wieder austritt, die Flüsse und Ströme speist. Das ist der Reichtum unseres Landes.
Folglich können wir gar nicht genug Wald und Bäume haben. Neben Naturverjüngung, hilft nur pflanzen. Apfelbäume, Nussbäume, Vogelkirschen, Fichten, Eichen, Mannaeschen… Trotzdem!!!
Foto: Waldschäden im Národní park České Švýcarsko (NP Böhmische Schweiz).
