Studie: Fuchsjagd teuer und wirkungslos

Studie: Fuchsjagd teuer und wirkungslos

6. Juli 2026 Aus Von waldreporter

Neue Studie: Jagd auf Fuchs und andere Tiere teuer und wirkungslos – Tierschutzbund ruft zum Umdenken auf.

Bonn, 6. Juli 2026. Der Deutsche Tierschutzbund weist auf eine aktuelle Untersuchung der Pariser Universität Sorbonne hin: Diese will erstmals umfassend darstellen, dass die massenhafte Jagd auf heimische Wildtiere teuer und wirkungslos ist.
Die Studie nennt Füchse, Marder oder Rabenvögel. Sondern sowohl als Mittel der Bestandsregulierung als auch zur Vermeidung von Schäden bewirke die Jagd nichts. Vielmehr scheinen die Tötungen zerstörerisch in wichtige Ökoprozesse einzugreifen. Der Deutsche Tierschutzbund bewertet die französische Studie als wegweisende Analyse, die der Argumentation der Jägerschaft auch hierzulande jegliche Grundlage entzieht.

Veraltete Jagdtraditionen

Der Verband ruft zum Umdenken im Umgang mit Wildtieren auf: Statt pauschaler Bejagung brauche es ein umfassendes evidenzbasiertes Wildtiermanagement unter Einbezug ökologischer, finanzieller und ethischer Aspekte, das auf Prävention und Vergrämung setze.
„Statt weiter Geld für veraltete Jagdtraditionen und das Vergnügen einer kleinen gesellschaftlichen Gruppe zu verschwenden, brauchen wir endlich einen tierschutzgerechten Umgang mit Wildtieren, der den komplexen Vorgängen in Ökosystemen angemessen ist”, sagt James Brückner, Leiter des Fachreferats für Wildtiere beim Deutschen Tierschutzbund.

Jäger rechtfertigen ihre Jagd auf bestimmte Wildtiere mit Gesundheitsrisiken sowie wirtschaftlichen oder gar ökologischen Schäden, die diese anrichten würden. Viele Studien und Beispiele zeigen bereits, wie leer diese Argumente seien. Keine liefere aber bislang so umfassende Erkenntnisse wie die neue französische Studie.

Über 100 Millionen Euro jährlich für Jagd ohne Wirkung

Für ihre Untersuchung werteten die Forschenden Daten aus sieben Jahren aus ganz Frankreich aus. Bei den meisten Tierarten hatten die Tötungen längerfristig keine Verringerung der Populationszahlen zur Folge. Auch die gemeldeten Wildtierschäden – unter anderem Ernteausfälle, gerissenes Geflügel, – verringerten sich nicht. Im Gegenteil: Teils kam es sogar zu mehr Schäden, je mehr Individuen einer Art getötet wurden.
Eine Zunahme der Schäden gab es selbst dann nicht, wenn in einer Region die Bejagung gestoppt oder reduziert wurde. Gleichzeitig kostete die Jagd auf Fuchs und andere Tiere – durch den Aufwand für Zeit, Transport, Material und Munition – geschätzt über hundert Millionen Euro jährlich: fast 64 Euro pro getötetes Tier. Die Kosten für Schäden hingegen belaufen sich nur auf acht bis 23 Millionen Euro.

Wichtige Funktionen im Ökosystem

In Deutschland töten Jäger ähnlich viele Wildtiere wie im Nachbarland Frankreich, darunter jedes Jahr rund 450.000 Füchse, mehr als 70.000 Marder und mehrere Hunderttausend Rabenvögel. Die aktuelle Studie legt nahe, dass sie dadurch wichtige Prozesse im Ökosystem stören, die auch dem Menschen zugutekommen würden. So verbreiten Rabenvögel Samen und Früchte, wie etwa der Eichelhäher, der im Herbst Eicheln versteckt und so für tausende neue Eichen sorgt. Füchse und Marder halten unter anderem die Mäusepopulationen in Schach.
Erst kürzlich stimmte der Bundesrat der pauschalen Jagd auf Wölfe zu, obwohl den Tieren eine wichtige ökologische Funktion als Beutegreifer zukommt. „Dass man Weidetiere nur durch Herdenschutzmaßnahmen, nicht aber durch die Bejagung von Wölfen schützen kann, sagt uns die Wissenschaft ganz deutlich”, so Brückner.

 

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Der Text ist eine redigierte Pressemitteilung des Deutschen Tierschutzbundes.
Das Thema Jagd bei Waldfreund.in.

Zur Studie:
Jiguet, F. et al. (2026): Ecological and economic assessments of native vertebrate pest control in France. Biological Conservation (hier).
Foto: © heili100 von pixelio.de