Digitalisierung für eine zukunftsfähige Forstwirtschaft

Digitalisierung für eine zukunftsfähige Forstwirtschaft

7. September 2026 Aus Von waldreporter

Digitalisierung in der Forstwirtschaft ist das Leitthema der Messe Interforst vom 15. bis 18. Oktober in München.

München, 7. September 2026. Digitalisierung wird zu einem Schlüssel für eine zukunftsfähige Forstwirtschaft. Wald 4.0 steht für vernetzte, datenbasierte und zunehmend automatisierte Prozesse – vom Monitoring über Waldschutz und Holzernte bis zur Logistik. Die Interforst – Internationale Leitmesse für Forstwirtschaft und Forsttechnik – zeigt von 15. bis 18. Oktober 2026 in München, welche digitalen Werkzeuge bereits praxistauglich sind.

Ergebnisse der Waldzustandserhebung 2025 des Bundesministeriums für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH) zeigen, dass sich der deutsche Wald in einem angespannten Zustand befindet. Die Vitalitätsmessung belegt: 80 Prozent der Bäume weisen schwache bis starke Schäden auf. Das bestätigt auch die Bundeswaldinventur IV unter der Leitung des Thünen-Instituts für Waldökosysteme. Beide Waldmonitoring-Systeme prüfen den Waldzustand mithilfe von Geländeerhebungen, Geoinformationssystemen (GIS), Satellitendaten und der Fernerkundung.

Daten zur Entscheidungsgrundlage im Wald

Aktives Waldmanagement im Klimawandel benötigt aktuelle und belastbare Forstdaten als Grundlage für fundierte Entscheidungen, vorausschauende Planung und nachhaltige Anpassung. Forstbetriebe müssen Schäden durch Schädlinge, Stürme oder Waldbrände früh erkennen und schnell reagieren. Ergänzend zu Erfahrung und forstlichem Fachwissen liefern Anwendungen mit einem Geoinformationssystem (GIS), Fernerkundung, Sensorik und KI Grundlagen für Bestandsanalyse, Risikobewertung und Maßnahmenplanung.

Wald 4.0 beschreibt aber längst nicht nur die Erfassung und Bewirtschaftung von Waldbeständen. Die Digitalisierungsprozesse umfassen die gesamte forstliche Wertschöpfungskette – von der Planung und Pflege über die Holzernte, Poltervermessung und Logistik bis hin zur Abrechnung, Dokumentation sowie dem Nachweis von Nachhaltigkeit und Holzherkunft. Ihr Mehrwert liegt insbesondere in einer höheren Transparenz, in effizienteren Prozessen und in einer verbesserten Vernetzung der beteiligten Akteure.
„Digitalisierung macht komplexe Veränderungen im Wald besser begreifbar und handhabbar“, sagt Marcus Kühling, Gruppenleiter Wald-Holz-Bauen bei der Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e. V. (FNR). Entscheidend sei, Daten entlang der Wertschöpfungskette verfügbar und anwendbar zu machen – von der Logistik bis zur Verarbeitung. Mit dem Runden Tisch „Digitalisierung Forst & Holz“ will die FNR eine Plattform bieten, die ein enges Zusammenspiel der Akteure ermöglichen soll.

KI im Wald: Vom Datenmanagement zur Entscheidungsfindung

KI ermöglicht soll eine effiziente Auswertung dieser immer größeren Datenmengen aus Satelliten- und Drohnenbildern, Sensoren sowie Forstmaschinen erleichtern. Zu den wichtigsten Anwendungsfeldern zählen die automatische Erkennung von Baumarten und Waldschäden, das Monitoring von Borkenkäferbefall und Trockenstress, die Erstellung von Risikoprognosen sowie die Unterstützung von Entscheidungen im Waldumbau und bei der Holznutzung. KI ersetzt keine forstliche Expertise, sondern ergänzt sie durch schnellere Analyse.

„KI kann helfen, komplexe Zusammenhänge in Waldökosystemen besser zu verstehen und fundierte Entscheidungen zu treffen. Entscheidend ist dabei ein vertrauensvoller Umgang mit Daten: Datenräume, Datentreuhänder und Datendrehscheiben ermöglichen Vernetzung und schützen zugleich die Datenhoheit“, erläutert Frank Heinze, Leiter des Kompetenzzentrums Wald und Holz 4.0 am RIF Institut für Forschung und Transfer e. V.

Moderne Forstmaschinen erfassen heute eine Vielzahl an Betriebs-, Standort-, Service- und Leistungsdaten. Diese Informationen ermöglichen eine vorausschauende Wartungsplanung, reduzieren Maschinenstillstände, verbessern die Einsatzplanung und sorgen für eine transparente Holzbereitstellung. Digitalisierung ist damit längst ein fester Bestandteil moderner Forsttechnik. Diese Verbindung zwischen intelligenter Technik und digitalem Datenmanagement soll auf der Interforst erlebbar werden.

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Der Text ist eine leicht redigierte und gekürzte Pressemitteilung der Messe München zur Interforst.
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Foto: © Interforst / Messe München GmbH