Hitze im Sommer killt Laubbäume

Hitze im Sommer killt Laubbäume

26. Oktober 2026 Aus Von waldreporter

Der Zustand des Schweizer Waldes gibt Anlaß zur Sorge: Laubbäume von der Hitze im Sommer betroffen

Birmensdorf, 26. Oktober 2026. Die aktuelle Erhebung des Waldzustands in der Schweiz (Sanasilva-Inventur) zeigt nur geringfügige Veränderungen bei den Nadelbäumen. Aber: Eine deutliche Verschlechterung des Kronenzustands bei den Laubbäumen. Das geht aus dem Sanasilva-Bulletin 2026 hervor.

Die mittlere Gesamtverlichtung bei Laubbäumen stieg auf 29,7 Prozent. Die ie Zunahme bei den erneut erfassten Bäumen betrug im Vergleich zum Vorjahr 6,3 Prozentpunkte, die zweitstärkste seit Beginn der Beobachtungen. Die Folgen des extrem heißen und trockenen Sommers 2026 zeigen sich durch die aussergewöhnlich frühe Verbraunung bereits in den aktuellen Aufnahmen.

2026 stieg die mittlere Gesamtverlichtung aller Baumarten von 23,6 Prozent im Vorjahr auf 25,1 Prozent. Die Gesamtverlichtung ist der geschätzte Anteil an Blättern oder Nadeln, der einer Krone im Vergleich zu einem komplett gesunden Baum fehlt.
Der Anstieg geht fast ausschliesslich auf die Laubbäume zurück: Ihre Verlichtung nahm von 24,8 in 2025 auf 29,7 Prozent zu. Damit erreicht sie wieder die Werte der Jahre 2022 und 2023, die auf den Hitze- und Trockensommer 2022 folgten.

Nur noch zwölf Prozent der Bäume relativ gesund

Noch deutlicher zeigt sich die Entwicklung in der jährlichen Veränderung der Verlichtung. Sie berücksichtigt nur Bäume, die sowohl im laufenden Jahr als auch im Vorjahr erfasst wurden, und ist daher unabhängig davon, ob Bäume aus dem Stichprobennetz ausgeschieden (Mortalität, Fällung) oder neu hinzugekommen sind (Einwuchs).

Die Zunahme bei den Laubbäumen geht vor allem darauf zurück, dass viele bisher kaum verlichtete Kronen in höhere Verlichtungsbereiche gerückt sind . Der Anteil der Laubbäume in der tiefsten Verlichtungsklasse fiel von etwa 30 auf rund 12 Prozent. In der Erholungsphase der beiden Vorjahre hatte der Anteil dieser sehr vitalen Bäume noch deutlich zugenommen.

Fünf Prozent der Laubbäume starben ab

Noch ausgeprägter als bei der Verlichtung fällt der Befund bei der Mortalität aus. 2026 starben 5,0 Prozent der Laubbäume und 1,9 Prozent aller Bäume, in beiden Fällen mehr als in jedem anderen Jahr der Messreihe.

Es waren überwiegend Laubbäume betroffen, deren Krone bereits im Vorjahr deutlich geschädigt waren und deren längerfristige Überlebenswahrscheinlichkeit deshalb äusserst gering war (Hunziker et al., 2025).

Betroffen waren allerdings auch einzelne Bäume mit mässiger Verlichtung. Der Anteil der Bäume in der höchsten Verlichtungsklasse von 80 bis 95 Prozent, in der die meisten Bäume abstarben, nahm dennoch nicht ab, weil Bäume aus tieferen Klassen nachrückten.

 

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Der Text ist eine gekürzte und redigierte Medienmitteilung der Eidgenössischen Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft (WSL). Hier das ausführliche Original mit Grafiken und Abbildungen.
Die WSL bei Waldfreund.in.

Foto: Lindenbestand in der Nähe von Twann am Jurasüdfuss, 2. Juli 2026 / © Joel Sames