Jäger auf Samtpfoten

Jäger auf Samtpfoten

20. August 2026 Aus Von waldreporter

Killer der Artenvielfalt und Jäger auf Samtpfoten: verwilderte Hauskatzen.

Berlin, 20. August 2026. Verwilderte Hauskatzen richten in der Tierwelt erhebliche Schäden an. Daher appelliert der Deutsche Jagdverband (DJV) an das Verantwortungsbewusstsein von Haustierhaltern. Er gibt Tipps, wie sich bereits mit wenig Aufwand die Artenvielfalt schützen lässt.

Mehr als zwei Millionen herrenlose Hauskatzen leben allein in Deutschland. Nach Hochrechnungen des DJV auf Basis zahlreicher Studien fallen diesen Tieren jährlich mindestens 100 Millionen Vögel sowie 300 Millionen kleine Säugetiere und Reptilien zum Opfer.

Kastrationspflicht

Auch Kreuzungen mit der heimischen Wildkatze sind schlecht für den Artenschutz. Um eine unkontrollierte Fortpflanzung von Freigängern mit verwilderten Artgenossen zu verhindern, fordert der DJV eine bundesweite Kastrations- und Registrationspflicht für Hauskatzen.

Katzen bedienen sich vorzugsweise an Vögeln, Junghasen, Wildkaninchen, Eidechsen oder Fröschen. Gerade in der bis August dauernden Brut- und Aufzuchtzeit sind sie eine Hauptgefahr für Jungvögel – auch für Arten auf der Roten Liste. Laut einer Übersichtsstudie der Universität für Bodenkultur Wien töten Hauskatzen n urbanen Räumen 80 bis 90 Prozent aller Jungvögel bestimmter Arten. Selbst vorsichtige Schätzungen zeigen demnach, dass Hauskatzen für mehr Todesfälle von Vögeln verantwortlich sind als jede andere menschlich bedingte Ursache.

Hohe Vermehrungsrate

Ein großes Problem: Freigängerkatzen können sich mit ihren verwilderten Artgenossen fortpflanzen, der Nachwuchs kommt fernab menschlicher Obhut zur Welt. Durchschnittlich paaren sich Katzen zweimal im Jahr. Aus einem Wurf überleben in freier Wildbahn etwa drei Junge. Einem exponentiellen Rechenmodell zufolge kommt ein verwildertes Hauskatzenpärchen so in nur sieben Jahren auf etwa 420.000 Nachkommen.

Die neue Generation Streuner ist sehr scheu, entzieht sich komplett dem Einfluss des Menschen und ist in den meisten Fällen nicht sozialisierbar. Das macht einen Aufenthalt im Tierheim oder eine Vermittlung an Tierfreunde kaum möglich. Ziel muss es daher sein, das Verwildern von Hauskatzen zu verhindern.

Das wäre zu tun:

• Katzen kastrieren und chippen lassen: Das ist gut für die Artenvielfalt und die Katze selbst. Es reduziert Revierkämpfe, entlaufene Tiere finden sich leichter wieder.
• Frühzeitig Urlaubsbetreuung organisieren: Familie, Freunde oder Nachbarn können den Stubentiger versorgen, ebenso Tiersitter oder eine Tierpension. Das Aussetzen von Katzen ist strafbar.
• Garten katzensicher machen: Sträucher wie Weißdorn, Schlehe oder Wildrose bieten mit ihren Stacheln gute Versteck- und Nistmöglichkeiten für Vögel. Glatte Baum-Manschetten können Nistkästen unerreichbar machen.
• Buntes Halsband einsetzen: Eine praktikable und wissenschaftlich untersuchte Sofortmaßnahme, um Wildtiere zu schützen. Es gibt Modelle mit automatisch öffnendem Sicherheitsverschluss, falls sich die Katze irgendwo verfängt.
• Beschränkungen in der Brut- und Setzzeit: Den Freigang auf die Mittagsstunden verlegen und Beschäftigung im Haus durch Jagd- und Futterspiele anbieten.

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Der Text ist eine leicht redigierte Pressemitteilung des DJV.
Mehr vom Jagdverband bei Waldfreund.in.
Foto: © DJV