Wilde Wälder der beste Brandschutz

Wilde Wälder der beste Brandschutz

28. September 2026 Aus Von waldreporter

Robin Wood: Bester Brandschutz sind wilde, artenreiche Laubmischwälder – und wovon es gar nicht genug geben kann

Hamburg, 28. September 2026. Die Waldschutzorganisation Robin Wood fordert, strukturreiche, intakte Laubmischwälder wieder wachsen zu lassen. Dies sei das beste Mittel gegen Waldbrände.

„Der Wald der Zukunft braucht keine Ordnung, sondern Resilienz“, so Robin-Wood-Waldreferentin Jana Ballenthien. „Maßnahmen zum Brandschutz müssen unseren Wald stärken, anstatt ihn zu schwächen.“ Die Entnahme von mehr Totholz, neue Brandschneisen und der Ausbau des Wegenetzes, also die Forderungen der Forstwirtschaftverbände, seien hingegen keine wirksame Maßnahmen für den Brandschutz. Vielmehr müssen zur Prävention von Bränden Klimaschutz und Naturschutz im Wald Hand in Hand gehen.

Extrem wichtig sei Totholz. Die Waldschützer fordern, davon soviel wie möglich im Wald zu belassen. Denn abgestorbene Baumstämme und Äste speichern über lange Zeit Feuchtigkeit, halten den Boden kühl und schattig und sorgen für die Humusbildung. Sie bremsen dadurch das Feuer. Außerdem bieten sie Habitate für Pilze, Käfer und Mikroben – eine Voraussetzung für ein intaktes, widerstandsfähiges Ökosystem.

Nadelwälder brennen schneller

Zentral für den Brandschutz sei zudem eine Umwandlung von Nadelholzplantagen in artenreiche Laubmischwälder. Denn Monokulturen, etwa aus Kiefern oder Fichten, geraten schneller großflächig in Brand. Ihre ätherischen Öle und Harze wirken wie Brandbeschleuniger. Die Böden in Nadelholzmonokulturen sind trocken, die Nadelauflage am Boden brennt schnell.

Laubmischwälder hingegen haben feuchtere Böden, kühlen die Umgebung insgesamt herunter und verringern das Waldbrandrisiko erheblich. Obendrein liefern sie einen wichtigen Beitrag für mehr Artenvielfalt.
Künftig noch Nadelholz-Monokulturen anzulegen, sollte mitten in der Klimakrise nicht mehr als „ordnungsgemäße Waldwirtschaft“ im Sinne des Bundeswaldgesetz gelten und folglich unterbleiben.

Eine ökologische Waldwirtschaft schafft zur Brandprävention beides: Sie verursacht weniger klimaschädliche Emissionen, indem mehr Holz im Wald bleibt und sie leistet den Aufbau natürlicher Senken für das emittierte Kohlendioxid. Denn intakte Wälder und Böden binden CO2 aus der Atmosphäre und speichern es langfristig. Eine Forstwirtschaft, die zu viel Holz aus dem Wald holt, das anschließend auch noch zu großen Teilen zum Heizen vorsätzlich verbrannt und verschwendet wird, befeuere die Klimakrise doppelt.

_________________________________________________________
Der Text ist eine redigierte Pressemitteilung von Robin Wood.
Die Waldschützer bei Waldfreund.in.
Foto: © Jana Ballenthien / Robin Wood