Forstwirtschaft: digital und automatisiert
Effizienter, leichter, sicherer – TU Graz automatisiert die Forstwirtschaft.
Graz, 6. April 2026. An der TU Graz hat das Comet-Projekt Autoforst zur Digitalisierung und Automatisierung der forstwirtschaftlichen Wertschöpfungskette begonnen. Mit dabei sind drei weitere Hochschulen und mehr als 20 Industriepartner. Das Forschungsvorhaben umfasst ein Budget von sechs Millionen Euro.
Die österreichische Forst- und Holzwirtschaft ist mit 440.000 Beschäftigten und einer Wertschöpfung von rund 43 Milliarden Euro ein bedeutender Wirtschaftsfaktor. Doch die Branche leidet unter erheblichem Fachkräftemangel. „Die Forstwirtschaft ist von körperlich schwerer und zum Teil gefährlicher Arbeit geprägt“, sagt Mario Hirz vom Institut für Fahrzeugtechnik der TU Graz, „die Forstbetriebe finden nicht genügend Menschen, die sich die gefährlichen und schwierigen Tätigkeiten zutrauen.“
Mario Hirz leitet gemeinsam mit Christoph Stocker das kürzlich gestartete Comet-Projekt AutoForst. In den kommenden vier Jahren entwickeln die Partner technische Lösungen, um die Sicherheit bei der Waldarbeit zu erhöhen, den Arbeitskräftemangel abzumildern und die Forstlogistik und Waldpflege effizienter zu gestalten. Zum Projektbudget steuern die Österreichische Forschungsförderungsgesellschaft (FFG), der Bund sowie die Länder Steiermark und Kärnten knapp die Hälfte bei.
„Im Projekt AutoForst wollen wir digitale und automatisierte Systeme entwickeln, welche die Arbeit entlang der forstwirtschaftlichen Wertschöpfungskette effizienter, leichter und sicherer machen. Dadurch wird die Forstarbeit auch für neue Personengruppen attraktiver“, erklärt Mario Hirz.
Automatisierte Assistenzsysteme
Vollautomatische Maschinen und Assistenzsysteme sollen gefährliche Tätigkeiten, wie das Verladen von Baumstämmen, sicherer machen. In einem Vorläuferprojekt haben Forschende der TU Graz mit Partnern bereits einen prototypischen autonomen Ladekran entwickelt, der Stämme eigenständig auf den Lastwagen hebt; Waldarbeiterinnen und Waldarbeiter müssen das Beladen lediglich außerhalb der Gefahrenzone überwachen.
Im Comet-Projekt ist nun die Entwicklung von Sensor- und Kamerasystemen geplant, die kritische Situationen beim Beladen erkennen, etwa wenn sich Personen dem Gefahrenbereich nähern oder die Stützen von Lastwagen und Anhängern nicht korrekt ausgerichtet sind. Die Sensorik wird auch eingesetzt, um die Transportsysteme gesamtheitlich zu automatisieren.
Digitalisierung der Forstlogistik
Die Forstwirtschaft bietet vielfältige Potenziale für den Einsatz digitaler Technologien. Das Autoforst-Konsortium wird Prozesse und Lösungen erforschen, mit welchen bereits im Wald umfassende Daten erhoben, verarbeitet und online bereitgestellt werden können. „Die Systeme erfassen direkt bei der Ernte der Baumstämme Schlüsselparameter wie Holzsorte, Qualität und Durchmesser und leiten die Daten in Echtzeit an die Eigentümer weiter“, erläutert Mario Hirz. Ergänzend soll es möglich sein, das Holz entlang der gesamten Logistikkette zu tracken, um Abläufe bei Abnehmern wie Sägewerken oder Papierherstellern effizienter zu gestalten.
Mit Drohnen gegen den Borkenkäfer
Auch die nachhaltige Waldpflege soll von digitalen Technologien profitieren. Ein Beispiel dafür sind mit Kameras ausgestattete Drohnen, die kranke Bäume automatisch erkennen. „Bei Borkenkäferbefall müssen die kranken Bäume innerhalb weniger Tage aus dem Wald entfernt werden, damit die Insekten sich nicht weiter ausbreiten“, sagt Mario Hirz. Drohnen ermöglichen hier eine enorme Zeitersparnis.
Auto des hier leicht redigierten Textes ist Philipp Jarke, Kommunikation und Marketing
Technische Universität Graz. Das Original steht bei idw-online (hier).
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Foto: Autonom fahrender Roboter auf einem Forstweg / © FTG – TU Graz
