Jäger: Bestand auf Rekordhöhe

Jäger: Bestand auf Rekordhöhe

16. März 2026 Aus Von waldreporter

Fast eine halbe Million Jägerinnen und Jäger – Zahl in Deutschland auf Rekordhöhe.

Berlin, 16. März 2026. In Deutschland gibt es jetzt 467.682 Jägerinnen und Jäger – ein neuer Rekord. Damit haben im zurückliegenden Jahr 42 Prozent mehr Menschen den Jagdschein gelöst als drei Jahrzehnte zuvor.

Unter den Bundesländern liegt Nordrhein-Westfalen ganz vorne. Dort leben knapp 100.000 Menschen mit bestandener staatlicher Jägerprüfung. Auf den Plätzen 2 und 3 folgen Bayern mit 83.000 und Niedersachsen mit 70.000. Diese Zahlen hat der Deutsche Jagdverband (DJV) anlässlich der Messe Jagd und Hund Ende Januar veröffentlicht.

Mit Blick auf die Einwohnerzahl ergibt sich laut DJV-Auswertung ein anderer Spitzenreiter: Pro 1000 Einwohner leben in Mecklenburg-Vorpommern zehn Jägerinnen und Jäger – Platz 1. Danach folgen Niedersachsen (9) und Schleswig-Holstein (8). Bezogen auf die Jägerdichte liegt Nordrhein-Westfalen mit dem Wert 6 genau im Bundesschnitt. In Verbänden organisiert sind deutschlandweit sieben von zehn Jägern. Laut DJV-Umfrage ist der Jägerinnen-Anteil zwischen 2016 und 2022 um mehr als die Hälfte gestiegen – von sieben auf elf Prozent. Das Durchschnittsalter der Jägerschaft ist im selben Zeitraum von 57 auf 56 Jahre gesunken.

Ehrenamtlich mit staatlicher Prüfung unterwegs

Jungtiere mit der Drohne vor dem Mähtod retten, Kindern Natur nahebringen oder Arten zählen und schützen: Laut DJV-Umfrage verbringt jeder Jäger im Schnitt rund 40 Stunden pro Monat in der Natur und erledigt viele gesellschaftlich wichtige Aufgaben ehrenamtlich. Per Gesetz muss er für einen gesunden, artenreichen Wildbestand sorgen oder Wildschäden in Wald und Feld eindämmen – ebenfalls unbezahlt. Grundlage für die umfangreichen Aufgaben ist das Bestehen der staatlichen Jägerprüfung. Für Biotoppflege, Artenschutz sowie Schutz von Wald und Feld investieren Jägerinnen und Jäger insgesamt eine halbe Milliarde Euro jährlich aus eigener Tasche.

Intensives Naturerlebnis, aktiver Naturschutz vor Ort und gesundes Fleisch: Das sind laut einer DJV-Umfrage die Hauptmotive für Menschen, die Jägerausbildung anzugehen. Über ein Viertel der Prüflinge hat angegeben, vor der Ausbildung keine Erfahrung mit der Jagd gemacht zu haben. Fast ebenso viele Menschen kommen inzwischen aus der Stadt. Jagdschüler kommen aus allen Berufsgruppen vom Azubi über Handwerker bis zum Beamten. Angestellte machen fast die Hälfte aus.

 

Der Text ist eine leicht redigierte Pressemitteilung des Deutschen Jagdverbands (DJV) – hier das Original.
Der DJV bei Waldfreund.in.

Foto: Immer mehr Frauen entscheiden sich für den Jagdschein: 2022 lag der Jägerinnen-Anteil bei 11 Prozent. / © Grell/DJV