Brücke vom Schwarzwald zu den Regenwäldern Brasiliens
Ausstellung im Nationalparkzentrum Schwarzwald – großformatige Fotos aus den Regenwäldern Brasiliens.
Seebach, 30. April 2026. Mit einer großen Ausstellung will der Nationalpark Schwarzwald eine Brücke in den brasilianischen Regenwald schlagen. „Grüne Schatzkammern Brasiliens – tropische Vielfalt im Schutz der Nationalparke“, lautet deren Titel. Großformatige Bilder geben Einblicke in die Regenwälder der Amazonasregion, die auch als Klimaanlage der Erde gelten. Hintergrund ist eine Kooperation des Nationalparks mit zwei Schutzgebieten in Brasilien, dem Parque Nacional do Itatiaia und Parque Nacional do Pico da Neblina.
Die Ausstellung ist während der Öffnungszeiten im Nationalparkzentrum Ruhestein bis zum 1. November zu sehen.
Der Eintritt ist frei.
Netz aus Schutzgebieten
„Ein Nationalpark allein kann die Artenvielfalt, wie wir sie auf unserer Erde brauchen, nicht retten. Entscheidend für den Schutz der Biodiversität und den Erfolg der Arbeit ist ein starkes Netz aus Schutzgebieten, die zusammenarbeiten“, sagt Nationalparkleiterin Britta Böhr. Sie war selbst in Brasilien und hat dort Kontakte zu den Verantwortlichen der Schutzgebiete geknüpft. Gemeinsam will man eine Agenda für die nächsten fünf Jahre festlegen. „Wir werden uns zum Beispiel intensiver zum Thema Waldbrandbekämpfung austauschen – da haben die Kollegen in Brasilien schon deutlich mehr Erfahrung als wir“, berichtet Simone Stübner, die die internationalen Partnerschaften im Nationalpark Schwarzwald koordiniert.
Eine wichtige Aufgabe der Partnerschaft ist auch die Netzwerkarbeit. „Da ist es für uns besonders schön, dass das in diesem Fall so schnell gelungen ist“, sagt Britta Böhr. Die Zoologische Gesellschaft Frankfurt hat den Partnerpark Pico da Neblina in ihr Förderprogramm aufgenommen.
„Die Regenwälder Amazoniens sind die Grundlage für den Erhalt unseres Klimas, auch in Deutschland. Deren Entwaldung schreitet durch Brandrodung und Goldabbau dramatisch voran, der Klimawandel wirkt verschärfend. Wir müssen die Entwaldung sofort stoppen. Ohne diese Wälder ist unsere Welt, wie wir sie kennen, ganz grundsätzlich in Gefahr“, sagt Christof Schenck, Leiter der Zoologischen Gesellschaft Frankfurt. „Wir sind hoch motiviert, Schutzgebiete in Brasilien zu unterstützen, und arbeiten dazu eng mit der brasilianischen Schutzgebietsbehörde Institut Chico Mendes (ICMBio) und den lokalen Gemeinden zusammen“, erklärt er.
Die Ausstellung soll neben visuellen Einblicken auch Hintergrundwissen über die Bedeutung der brasilianischen Wälder für das gesamte Weltklima liefern. „Und wir geben auch Tipps, wie jede und jeder sein eigenes Konsumverhalten verbessern kann – um hier auch selbst einen konkreten Beitrag zu leisten“, sagt Simone Stübner.
Hintergrund
Der Parque Nacional do Itatiaia
Der Parque Nacional do Itatiaia (gegr. 1937) ist der älteste Nationalpark Brasiliens. Er liegt im Südosten des Landes zwischen den Städten Rio de Janeiro und São Paulo in der Serra da Mantiqueira und erstreckt sich über rund 300 Quadratkilometer geschützte Fläche. Die Landschaft ist geprägt von Bergen, Wasserfällen und dem dichten, tropischen Atlantischen Regenwald. Die Höhen reichen von etwa 540 Metern bis fast 2800 Metern am Pico das Agulhas Negras, einem der höchsten Gipfel Brasiliens. Itatiaia beherbergt eine außerordentliche biologische Vielfalt mit hunderten Pflanzenarten, Orchideen, Bromelien und über 350 Vogelarten sowie Säugetieren und Reptilien.
Der Parque Nacional do Pico da Neblina
Der Parque Nacional do Pico da Neblina im Amazonas (gegr. 1979) ist einer der größten Nationalparks des Landes. Sein Name leitet sich vom Pico da Neblina ab, dem höchsten Berg Brasiliens mit fast 3000 Metern Höhe. Die abwechslungsreichen Landschaften reichen von tiefliegenden Regenwäldern bis zu nebelverhangenen Bergwäldern. Der Park zeichnet sich durch eine außergewöhnliche Artenvielfalt aus und ist Lebensraum für Jaguare, Tapire, Affen, bunte Papageien und seltene Orchideen. Die isolierte Lage und schwierige Zugänglichkeit haben zur Erhaltung nahezu unberührter Ökosysteme beigetragen. Außerdem überlappt der Park teilweise mit indigenen Territorien, was besondere ökologische und kulturelle Schutzaspekte mit sich bringt.
Der Text ist eine redigierte Pressemitteilung des Nationalparks Schwarzwald.
Der Schwarzwald bei Waldfreund.in.
Foto: © Daniel Müller / Nationalpark Schwarzwald
