Regenwald in Nigeria retten

Regenwald in Nigeria retten

2. November 2026 Aus Von waldreporter

Waldschutzorganisationen haben eine Petition aufgesetzt, die von den Regierenden in Nigeria mehr Power fordert, den Regenwald zu schützen.

Abuja, 2. November 2026. Die Menschen haben die Wälder in Nigeria weitgehend kahlgeschlagen. Eine Ausnahme ist der Bundesstaat Cross River im Südosten des Landes. Der Artenreichtum ist dort so groß, dass der Cross River Nationalpark, angrenzende Schutzgebiete und Flächen im benachbarten Kamerun als Biosphärenkorridor Kandidaten für den Status als grenzüberschreitendes Unesco-Welterbe sind.

Die Vielfalt der Region reicht dabei von den Mangroven der Atlantikküste über Tieflandregenwald bis zu Savannen und Gebirgswäldern in 1700 Metern Höhe. Cross-River-Gorillas (Gorilla gorilla diehli), Schimpansen (Pan troglodytes), Drills (Mandrillus leucophaeus) und 15 weitere Primatenarten finden dort geeignete Lebensräume. Neben Säugetieren wie Waldelefanten (Loxodonta cyclotis) haben Fachleute im Nationalpark 349 Vogelarten, 49 Fischarten und etwa 950 Schmetterlingsarten erfasst. Zudem mehr als 1500 Arten von Gefäßpflanzen.

Holzfäller und Goldsucher tragen neben Plantagenbetrieben die größte Verantwortung für die Waldvernichtung, so die Waldschutzorganisation Rettet den Regenwald e. V. Oft seien Politiker und Beamte in illegale Praktiken verstrickt oder decken sie. Die Holzfäller sind furchtlos. Am helllichten Tag laden sie illegal geschlagene Baumstämme auf Lastwagen. Wer durch den Bundesstaat Cross River fährt, könne den Raubbau mit eigenen Augen sehen. Bislang haben Politiker die Krise heruntergespielt. Damit solle nun Schluss sein.

Unterdessen hat Präsident Bola Tinubu ein landesweites Exportverbot für Holz und Holzprodukte erlassen. Nach Meinung von Rettet den Regenwald ein längst überfälliger Schritt. Das Exportverbot ist die Anerkennung der bitteren Wahrheit, dass illegaler Holzeinschlag eine nationale Krise darstellt.

Petition soll helfen

„Das Exportverbot ist die Anerkennung der bitteren Wahrheit, dass illegaler Holzeinschlag eine nationale Krise darstellt“, sagt Prince Odey Oyama, Geschäftsführer des Rainforest Resource and Development Centre (RRDC). „Doch entscheidend ist nicht das Dekret, sondern seine Umsetzung.“

Die Regierung hat alle bisherigen Lizenzen und Genehmigungen für Holzeinschlag und -export für ungültig erklärt. Nigerias Umweltministerium hat erklärt: Das Verbot solle Wälder und Biodiversität bewahren, den Klimaschutz stärken und Gemeinden unterstützen, die vom Wald leben.

Doch die Gefahr sei weiter akut: Bleiben die Wälder ungeschützt, während nur die Exportwege blockiert werden, findet das illegale Holz einfach neue Abnehmer im Inland. „Die Durchsetzung muss umfassend sein“, so Oyama. Dazu gehören Kontrollen, Strafverfolgung und das Engagement der Bevölkerung. Waldbeobachter, Dorfgemeinschaften, Umweltaktivistinnen: die Menschen vor Ort spielen eine Schlüsselrolle.

In einer Petition fordern daher die Umweltschützer von Präsident Tinubu, den Gouverneuren der Bundesstaaten und den Vollzugsbehörden, das Exportverbot unverzüglich durchzusetzen.
Leserinnen und Leser von Waldfreund.in können die Petition noch mit unterzeichnen – hier.

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Der Text ist eine redigierte Zusammenfassung des Aufrufs zur Unterzeichnung der Petition auf regenwald.org.
Rettet den Regenwald bei Waldfreund.in.

Foto: Ein Holzfäller vor Palisanderstämmen, die er für den Abtransport per Lkw zersägt hat. / © Mathias Rittgerott