Kaffee, Bananen und andere Bäume

Kaffee, Bananen und andere Bäume

15. November 2023 Aus Von waldreporter

Das Agroforstprojekt „Klibuka“ in Burundi kombiniert Kaffee und Bananen mit anderen Bäumen – jetzt geht es in die nächste Runde.

Das Pflanzen von Bäumen oder Sträuchern zusammen mit landwirtschaftlichen Produkten (Agroforstwirtschaft) hat viele Vorteile. Die Hochschule für Forstwirtschaft Rottenburg (HFR) und die Faculté d‘Agronomie et de la Bio-Ingénierie (FABI) der Université du Burundi haben in dem ostafrikanischen Land Kaffee mit Bananen und anderen Bäumen kombiniert.

Das Ergebnis kann sich nach Angaben der Beteiligten sehen lassen: Die Erträge der Bäuerinnen und Bauern sind höher, die Ernährungssicherheit größer und die Biodiversität besser. Jetzt geht das Projekt in die Verlängerung, die bis Ende 2024 laufen soll mit Option auf eine Fortsetzung bis 2027.

Vom Staatsministerium gefördert

Das Projekt „Klibuka“ – „Klimaschutzmaßnahmen in Burundi und Optimierung der dortigen Agroforstaktivitäten von kaffeeanbauenden Kleinbauernfamilien“ war am 1. Dezember 2022 gestartet. Die Verantwortung auf Seiten der HFR tragen Prof. Dr. Heidi Elisabeth Megerle und M.Sc. Jannis Bahnmüller. Das vom Staatsministerium Baden-Württemberg geförderte Vorhaben, knüpft an das vorangegangene Projekt „Begleitforschung zum Aufbau von Agroforstsystemen in Burundi“ an, welches die Projektpartner nach eigenen Angaben von 2019 bis 2021 „sehr erfolgreich“ realisiert haben. Auch das neue Projekt wird in Kooperation mit der Fairhandelsgenossenschaft Weltpartner eG aus Ravensburg und der burundischen Kaffee-Kooperative COCOCA fortgesetzt.

Aufgrund des hohen Bevölkerungswachstums und der geringen Größe Burundis, reicht dort die verfügbare landwirtschaftliche Fläche kaum zur Ernährungssicherung der Bevölkerung aus. Dies führt nicht zuletzt zur Übernutzung der Böden, zu Erosion und einem Rückgang der Bodenfruchtbarkeit, was die ohnehin prekäre Ernährungssicherheit weiter verschlechtert.

Hohe Abholzungsrate

Die Abhängigkeit von Holz, als wichtigste Energiequelle Burundis, bedingt die hohe Abholzungsrate im Land und verschärft die genannten Probleme. Hinzu kommen ein geringer Bildungs- und Entwicklungsgrad sowie die fortschreitende Klimakrise, welche die Vulnerabilität der Bevölkerung und den Druck auf die Naturressourcen weiter erhöhen.

Die Einführung von Agroforstsystemen, insbesondere auf den exportorientierten Kaffeeplantagen, ermöglicht es, diesen Problemen zielgerichtet entgegenzuwirken. Kaffeeanbau in Agroforstsystemen stellt eine effektive Maßnahme dar, um auf den winzigen Flächen der burundischen Kleinbauernfamilien den Ertrag nachhaltig zu erhöhen, die Ernährungssicherheit, den Klimaschutz und die Biodiversität zu verbessern sowie die wichtigen Ressourcen Boden und Wasser zu schützen. Durch die angestrebte biologische und Fairtrade-Zertifizierung des Kaffees soll dessen Vermarktung zusätzlich verbessert werden.

300.000 Bäume und Bananenstauden gepflanzt

Im Rahmen der Vorgängerprojekte haben die Partner bereits auf den Parzellen von über 10.000 Kleinbauernfamilien in 18 Kooperativen der burundischen Organisation COCOCA nahezu 300.000 Bäume und Bananenstauden gepflanzt. Das haben sie sowohl durch natur-, als auch durch gesellschaftswissenschaftliche Forschung begleitet. Es ist geplant, den Agroforstanbau künftig auf insgesamt 36 Kooperativen auszuweiten.

Neben den genannten Zielen wird das Projekt zur Stärkung der Forschung an der HFR und der Universität Burundi, der Ausbildung des wissenschaftlichen Nachwuchses und der Förderung der burundischen Doktorandenschule beitragen. Zudem soll die Kooperation zwischen burundischen und deutschen Bildungseinrichtungen gefördert und ein Transfer der Forschungsleistungen stattfinden.

 

Der Text ist eine leicht bearbeitete Pressemitteilung der Hochschule für Forstwirtschaft Rottenburg.
Mehr über Agroforstwirtschaft bei Waldfreund.in gibt es hier und da.

Foto: Agroforstfläche mit Kaffeesträuchern in Giheta / Burundi (© Heidi Elisabeth Megerle / HFR)