Höchste Ehre für hohe Tanne
Monumentale Tanne zum Nationalerbe-Baum erklärt – höchste Tanne im Schwarzwald
Grafenhausen, 17. September 2026. Das Kuratorium der Deutschen Dendrologischen Gesellschaft (DDG) hat eine rund 450 Jahre alte Weißtanne im Hochschwarzwald zum weiteren Nationalerbe-Baum erklärt. Die Tanne steht auf der Gemarkung der Gemeinde Grafenhausen. Sie ist rund 45 Meter hoch und hat einen Stammumfang von 5,80 Meter (in 1,30 Meter Stammhöhe, gemessen im November 2025). Der Luftkurort ist auch durch eine Brauerei im Ortsteil Rothaus bekannt.
„Wir sind sehr glücklich über diesen Fund einer richtig dicken Weiß-Tanne im Schwarzwald“, sagt der Vorsitzende des Kuratoriums Prof. Dr. Andreas Roloff. Die Kuratoriumsmitglieder haben sich etliche dicke Tannen angesehen und bewertet. Siegerin war ist ganz klar dieser Baum, der auch den Namen „Danieltanne“ trägt. Mit ihr kann keine andere im Schwarzwald in Alter und Stammdicke mithalten.
Ein Förster hatte den Baumveteran in den 1990er Jahren „Danieltanne“ genannt, da die zugehörige Gemarkung dort „Daniel“ heißt. Sie ist die dickste Tanne des Schwarzwaldes und steht gemeinsam mit „Daniela“ (gleich neben ihr, nicht ganz so dick und hoch) mitten im Gemeindewald, nicht weit vom Schluchsee.
Geschätztes Alter
Dort fühlt sie sich sichtlich wohl. Denn Tannen mögen es am liebsten in mittleren Gebirgshöhen (hier fast 1.000 m) gemeinsam mit Fichten, Buchen und Berg-Ahornen: Das ist der sogenannte Bergmischwald, wo es immer schön feucht und kühl ist.
Das Alter der Danieltanne haben die Fachleute nach Vergleichen mit anderen alten Tannen, deren Baumalter gemessen wurde oder bekannt ist, geschätzt. Die Höhe solcher Baumriesen ändert sich fortlaufend (dort aktuell 46 Meter), da immer mal im Wipfelbereich einzelne Zweige absterben. Der Grund ist meist Trockenstress. Dann schafft es der Baum nicht mehr, Wasser bis in die Baumspitze hochzuziehen.
Es stellt sich neuerdings heraus, dass Weiß-Tannen doch mit Trockenheit viel besser umgehen können als gedacht, im deutlichen Unterschied zur Fichte. So ist die Weiß-Tanne derzeit der Renner bei Nachpflanzungen in Parkanlagen und bei Waldverjüngungen geworden, weshalb man aktuell kaum noch größere Pflanzen bekommt. Noch besser sind allerdings gekeimte Bäumchen aus Naturverjüngung von Tannensamen, denn diese Tannenbabys machen dann vom ersten Lebensjahr an meterlange Pfahlwurzeln und sichern sich so Wassermoleküle aus tieferen Bodenschichten für Trockenperioden.
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Der Text ist eine Zusammenfassung aus dem Bereich „Neuigkeiten“ auf der Webseite Nationalerbe-Bäume. Hier geht es zum Original mit weiteren Bildern.
Nationalerbe-Bäume bei Waldfreund.in.
Foto: © Andreas Roloff / Kuratorium Nationalerbe-Bäume
