Zoobesuch rettet Regenwald

Zoobesuch rettet Regenwald

12. März 2026 Aus Von waldreporter

Die Stuttgarter Wilhelma schützt Biodiversitäts-Hotspots in Ecuador – so kann Zoobesuch Regenwald retten

Stuttgart, 12. März 2026. Der Zoologisch-Botanische Garten Stuttgart (Wilhelma) investiert wieder in den Schutz von Lebensräumen in Südamerika: Anfang Dezember 2025 hat die Wilhelma der in Ecuador ansässigen Naturschutzorganisation Jocotoco die Zusage gegeben, sie mit einem Betrag von 165.000 Euro beim Kauf von 165 Hektar Land zu unterstützen.

Stefanie Reska, Leiterin der Stabsstelle Artenschutz in der Wilhelma, sagt, der Landkauf ermögliche die Erweiterung des Tapichalaca-Reservats. Das Reservat ist Heimat einer vielfältigen Fauna, einer endemischen Froschart, dem Hyloscirtus tapichalaca. Im Reservat lebt die Jocotoco-Ameisenpitta, eine stark gefährdete Vogelart, ferner Bergtapire, Brillenbären und Jaguare. „Tapichalaca birgt einen unglaublichen botanischen Reichtum. Zu den rund 1.800 hier vorkommenden Pflanzenarten gehören mindestens 168 Orchideenarten und eine erst kürzlich neu entdeckte Magnolie, die Magnolia tapichalacensis“, so Stefanie Reska.

7000 Hektar Schutzgebiet

Tapichalaca ist ein von der Organisation Jocotoco verwaltetes, bislang rund 7000 Hektar großes Schutzgebiet in den östlichen Anden. Auf einer Höhe von 1600 bis 3400 Metern über dem Meeresspiegel gelegen, prägt der Bergregenwald die Vegetation. Das Reservat bildet einen wichtigen biologischen Korridor zwischen den beiden staatlich Nationalparks Yacuri und Podocarpus.

Der „Artenschutz-Euro“ beim Eintritt

Wilhelma-Direktor Dr. Thomas Kölpin beschreibt den Osten der Anden als eine der weltweit artenreichsten Regionen. Durch landwirtschaftliche Nutzung, Bergbau, Straßenbau und illegale Jagd sei dieser Naturraum allerdings in zunehmendem Maße bedroht. Kölpin: „Indem wir Naturschutzorganisationen wie Jocotoco bei der Sicherung und Vernetzung von Biotopen unterstützen, stellen wir uns dem nicht nur in Südamerika stetig voranschreitenden Biodiversitätsverlust aktiv entgegen.“

Die Wilhelma hat seit 2020 zusammen mit Jocotoco über 700.000 Euro in den Erwerb von Landflächen in Ecuador investiert. Auf diese Weise will sie Lebensräume seltener Arten wiederherstellen, sie dauerhaft schützen und Biotope miteinander vernetzen. Das Geld kam vor allem mit dem „Artenschutz-Euro“ zusammen. Den bezahlen Besucherinnen und Besucher des Zoos über den Eintritt. Weitere Spenden ermöglichten es, das Gehalt für einen Ranger in Tapichalaca zu finanzieren. Erhebliche Summen kamen darüber hinaus über den Verein der Freunde und Förderer zusammen, welcher sich in Ecuador ganz besonders für den Schutz bedrohter Magnolienarten und ihrer Lebensräume einsetzt.

 

Der Text ist eine redigierte Pressemitteilung der Wilhelma (zum Original mit weiteren Fotos).
Die Wilhelma bei Waldfreund.in.

Foto: Bergregenwaldflächen im Umfeld des Tapichalaca-Reservats in Ecuador / © Javier Aznar / Wilhelma Stuttgart