Hundert Kilometer Waldrand

Hundert Kilometer Waldrand

5. März 2026 Aus Von waldreporter

Waldränder geben Schutz und sind ökologisch wertvolle Lebensräume – Sachsen-Anhalt hat jetzt hundert Kilometer Waldrand mehr

Magdeburg, 5. März 2026. Der Landesforstbetrieb Sachsen-Anhalt hat ein Projekt namens „100 km Waldrand“ erfolgreich abgeschlossen. Naturnahe, ökogerecht aufgebaute Waldränder bieten Lebensraum und Nahrung für zahlreiche Vogel- und Insektenarten. Sie erhöhen die Tier- und Pflanzenvielfalt, schützen die nachgelagerten Waldbestände und werten das Landschaftsbild auf.

2018 haben die Forstleute in Sachsen-Anhalt mit dem Projekt „100 km Waldrand“ begonnen. Rund sieben Jahre nach Projektstart übertrafen sie nach eigenen Angaben das Ziel. Auf einer Länge von 107 Kilometern legte der Landesforstbetrieb artenreiche Waldränder an. „Doch damit ist unsere Arbeit noch lange nicht abgeschlossen. Die Pflege bestehender Waldränder und die Anlage neuer Abschnitte bleiben ein zentraler Bestandteil unserer Arbeit“, sagt Frank Specht, Direktor Landesforstbetrieb.

Wichtiger Teil des Ökosystems Wald

Die steigende Anzahl von wiederkehrenden Naturkatastrophen in den vergangenen 15 Jahren (Orkane, Dürren, Pilzerkrankungen) habe zu großflächigen Absterbeerscheinungen bei einzelnen Baumarten (Fichte, Buche, Kiefer, Esche, Ahorn) geführt, so die Fachleute. Diese Flächen wollen sie künftig zu dauerwaldartigen, das heißt ökogerechten Waldbeständen aufgebauen. Bei diesen Aufforstungsmaßnahmen liegt das Augenmerk wieder auf den Waldrand. Der ist in der forstlichen Vergangenheit oftmals in Vergessenheit geraten. Dennoch ist er ein wichtiger Teil des Ökosystems Wald. Als Bindeglied zwischen Offenland und Wald besitzt der Waldrand ausschließlich positive Eigenschaften für die nachgelagerten Waldbestände.

Gesetzliche Vorbildfunktion

Mit dem Projekt „100 km Waldrand“ hat es sich der Landesforstbetrieb Sachsen-Anhalt zum Ziel gemacht, den Anteil an naturnahen und ökogerecht aufgebauten Waldrändern zu erhöhen. Damit kommt der Landeswald seiner gesetzlichen Vorbildfunktion nach. Er gibt mit dem Projekt Impulse, um den Anteil an naturnahen Waldrändern besitzübergreifend voranzutreiben.

Der Nutzen von Waldrändern:

  • sie erhöhen die Biodiversität
  • schützen vor Windwurf, Erosion, Verhagerung, negativen Stoffeinträgen
  • schaffen Habitate für Fressfeinde vieler Forstschädlinge
  • bieten Korridore und Trittsteine für seltene Tier- und Pflanzenarten
  • geben Raum für seltene Baumarten II. Ordnung
  • reduzieren den Aufwand von kostenintensiven Verkehrssicherungsmaßnahmen
  • sind mögliche Areale für Energie- und Brennholzgewinnung
  • dienen als Schutzstreifen gegen Waldbrände
  • fördern die Insektenvielfalt und damit auch Bestäubung
  • sind schön anzusehen und steigern den landschaftlichen Erholungswert
  • sind ein stabilisierender Faktor im Klimawandel

Die die Forstleute aller 54 Reviere haben Waldränder mit einer Tiefe von 25 bis 30 Metern entlang von Wegen, Wiesen und Waldkanten angelegt. Bei einer Länge von 100 Kilometern ergibt dies eine Waldrandfläche von insgesamt 250 bis 300 Hektar.

 

Quelle dieses redigierten Textes ist die Rubrik „Aktuelles“ des Landesforstbetriebs Sachsen-Anhalt. Hier das Original, das im Oktober vorigen Jahres erschien.

Fotos: © Landesforstbetrieb Sachsen-Anhalt