Zalando trennt sich vom Forstgiganten SCA

Zalando trennt sich vom Forstgiganten SCA

30. März 2026 Aus Von waldreporter

Nach Kritik von Robin Wood nimmt der Modehändler Zalando Verpackungsmaterial von SCA aus dem Sortiment.

Hamburg, 30. März 2026. Der Online-Versandhändler Zalando SE hat sich nach Angaben von Robin Wood und anderer Umweltorganisationen dazu entschlossen, Verpackungsmaterialien des schwedischen Forstunternehmens SCA aus dem Sortiment zu nehmen. Diese Entscheidung fiel, nachdem Zalando eine unabhängige Untersuchung zur Überprüfung der Forstpraktiken von SCA in Auftrag gegeben hatte. Demnach will Zalando diese Entscheidung innerhalb weniger Monate umsetzen.

Vorausgegangen waren Proteste der Umweltorganisationen. Daraufhin beauftragte Zalando einen unabhängigen Berater, die Waldkonflikte in Nordschweden zu untersuchen. SCA ist seit Jahren mit derartigen Konflikten konfrontiert.

An der Forstwirtschaft von SCA gibt es seit Jahren massive Kritik von schwedischen Umwelt- und Indigenen-Organisationen. Fünf Organisationen aus Schweden, Dänemark und Deutschland prangerten Ende Januar 2026 während der Copenhagen Fashion Week mit einer Protestaktion die Rolle von Zalando bei der Zerstörung der natürlichen Wälder Schwedens an. Kurz darauf kündigte Zalando an, den Handel mit Produkten von SCA einzustellen.

Der Verlust eines Großkundens zeigt, dass mangelnde Rücksichtnahme auf ökologische und soziale Belange in der schwedischen Forstwirtschaft vom internationalen Markt bestraft wird.

Druck auf die Lieferkette

„Jetzt ist es an der Zeit, dass SCA und andere schwedische Forstunternehmen die massive Kritik ernst nehmen. Ihre falsche Darstellung der schwedischen Forstwirtschaft als weltweit führend in Sachen Nachhaltigkeit beginnt zu bröckeln“, sagt Daniel Rutschman, internationaler Kampagnenleiter bei Protect the Forest, Schweden.

Zalando kauft Papierproduktevom Verpackungsgiganten DS Smith, einem der Hauptkunden von SCA. Indem Zalando von seinen Lieferanten verlangt, forstwirtschaftliche Produkte von SCA auszuschließen, übt das Unternehmen Druck auf die gesamte Lieferkette aus.

„Es ist ein Teilerfolg, dass Zalando keine Materialien mehr von DS Smith und SCA beziehen will. Jetzt sollten mehr Unternehmen diesem Beispiel folgen und Druck auf sämtliche Forstunternehmen ausüben, die Wälder mit Naturschutzwert abholzen. Der Wandel darf an dieser Stelle nicht aufhören. Wir fordern Zalando auf, ehrgeizige Schritte in Richtung wiederverwendbarer Verpackungen zu unternehmen und wegzukommen vom Fast-Fashion-Trend hin zu Produkten mit einer längeren Lebensdauer“, sagt Jana Ballenthien, Waldreferentin von Robin Wood.

Die Umweltbewegung wird ihre Arbeit fortsetzen, um internationale Unternehmen über die Bedingungen in der schwedischen Forstwirtschaft zu informieren.

Nachhaltigkeits-Versprechen ernst nehmen

„Wenn die schwedische Forstpolitik der Industrie einen Freifahrtschein für die Fortsetzung eines veralteten und zerstörerischen Modells gibt, werden die Marktkräfte zu unserem schärfsten Instrument. Jedes internationale Unternehmen, das seine eigenen Nachhaltigkeits-Versprechen ernst nimmt, wird früher oder später erkennen müssen, dass die Aktivitäten von SCA eine Belastung für seine Marke darstellen“, sagt Karolina Carlsson, Waldaktivistin bei Greenpeace in Schweden.

Nach eigenen Angaben will das Modeunternehmen Nachhaltigkeit ist in alle Aspekte seines Handelns einbinden. Zalando hat zusammen mit dem Partner Land Life Company bis 2022 in Spanien rund 300.000 Bäume im Rahmen eines Wiederaufforstungsprojekts gepflanzt.

 

Der Text basiert auf je einer redigierte Pressemitteilung von Robin Wood und Zalando SE.
Mehr über Robin Wood bei Waldfreund.in.

Foto: Ein Wiederaufforstungsprojekt von Land Life Company und Zalando in Spanien. / © Land Life Company