TU München nimmt Bergwald unter die Lupe
Zentrum für alpine Waldwirtschaft heißt die neue Einrichtung an der TU München – sie erforscht den Bergwald gefördert von der Eva Mayr-Stihl Stiftung.
München, 26. März 2026. Die Technische Universität München (TUM) verfügt jetzt über ein Zentrum für alpine Waldwirtschaft, gefördert von der Eva Mayr-Stihl Stiftung. Bergwälder in den Alpen geraten im Klimawandel zunehmend unter Druck. Im Fokus der Forschung stehen ein besseres Verständnis dieser Auswirkungen und zukunftsfähige Konzepte zum Erhalt der Schutzwälder.
60 Prozent der bayerischen Alpenwälder sind Schutzwälder Sie sichern Siedlungsräume und Infrastruktur vor den Auswirkungen von Extremwetterereignissen. Dazu zählen schwindende Gletscher, steigende Schneefallgrenzen und Steinschlag. Die Folgen des Klimawandels sind in Gebirgsregionen bereits heute sichtbar und wirken sich auch auf die alpinen Bergwälder aus.
Bergwälder sind sogar noch stärker vom Klimawandel betroffen. Die Erwärmungsraten dort sind doppelt so hoch wie im globalen Mittel – mit erheblichen Auswirkungen. Dies betrifft auch Schutzwälder, also Waldflächen, die Menschen vor Naturgefahren schützen und damit speziellen Bewirtschaftungs- und Pflegepflichten unterliegen.
„Ich sehe die Veränderungen durch den Klimawandel besonders bei Bergwäldern mit großer Sorge.“
Ob und inwieweit die Schutzwälder in den Alpen diese Funktion künftig noch ausüben können, ist bislang unklar. Zugleich steigt die Wahrscheinlichkeit, dass es zu Schneelawinen, Murgängen und Steinschlag kommt, also eben solchen Ereignissen, deren Auswirkungen Schutzwälder abmildern.
In den kommenden viereinhalb Jahren wird das Zentrum für alpine Waldwirtschaft mit der Förderung durch die Eva Mayr-Stihl Stiftung erforschen, wie sich diese Entwicklungen auf die Alpenwälder auswirken und wie man diesen Wandel aktiv gestalten kann.
Robert Mayr, Stifter und Vorstandsvorsitzender der Eva Mayr-Stihl Stiftung, begründet das Engagement: „Meine Kindheit in Oberbayern habe ich zum größten Teil draußen in der Natur verbracht. Auch später bestand mein Urlaub immer aus Bergwanderungen und Skifahren. Ich sehe die Veränderungen durch den Klimawandel besonders bei Bergwäldern mit großer Sorge.“
„Forschungsbereich von großer Bedeutung“
Fünf TUM-Professorinnen und -Professoren der Klima- und Forstwissenschaften bündeln in diesem Zentrum ihre Expertise. Sie wollen ein möglichst umfassendes Bild der aktuellen und zukünftigen Situation ermitteln. Annette Menzel, Professorin für Ökoklimatologie und Leiterin des Zentrums, sagt: „Wir arbeiten intensiv daran, ein besseres ökologisches und soziales Verständnis des alpinen Bergwald-Systems zu erlangen.“ Gemeinsam mit Co-Leiter Thomas Knoke (Waldinventur und nachhaltige Nutzung), Rupert Seidl (Ökosystemdynamik und Waldmanagement), Richard L. Peters (Tree Growth and Wood Physiology) und Cornelius Senf (Earth Observation for Ecosystem Management) wird Professor Annette Menzel das Zentrum für alpine Waldwirtschaft betreiben.
„Ein wichtiger Aspekt unserer Arbeit wird darin liegen, den vielschichtigen Ansprüchen gerecht zu werden, die die Gesellschaft an ihre Wälder stellt. Wälder dienen schließlich auch der Naherholung, sind Quelle eines wichtigen nachwachsenden Rohstoffs und Lebensraum für Tiere“, sagt Thomas Knoke. Die Forschenden werden deshalb in fünf Teilprojekten arbeiten, die Forschungslücken in den Bereichen Baumwachstum, Wald- und Ökosystemmanagement sowie der gesellschaftlichen Akzeptanz schließen sollen.
„Mit dem Zentrum für alpine Waldwirtschaft stärken wir einen Forschungsbereich, der für die Zukunft der Alpenregion von großer Bedeutung ist. Unsere Schutzwälder erfüllen wichtige Funktionen für Mensch und Natur – ihre Bewirtschaftung angesichts des Klimawandels anzupassen, ist dringend geboten. Ich freue mich deshalb sehr, dass exzellente Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der TUM ihre Expertise im Zentrum zusammenführen, um Forschungslücken zu schließen“, sagt Prof. Martin Klingenspor, Dekan der TUM School of Life Sciences.
Der Text ist eine leicht redigierte Pressemitteilung der TUM.
Das Thema Bergwald bei Waldfreund.in.
Foto: Alpine Bergwälder wie hier am Königssee sind besonders vom Klimawandel betroffen. / © Clermac / Kordula – Uwe Vahle von Pixelio
