Nationalpark Schwarzwald feiert das Zehnjährige

Nationalpark Schwarzwald feiert das Zehnjährige

14. Februar 2024 Aus Von waldreporter

Viel erreicht und noch viel vor – so Nationalpark-Schwarzwald-Leiter Wolfgang Schlund.

Es ist wie immer: Zeit rast! Und wieder scheint es unglaublich: „Was, schon zehn Jahre?“ Doch, ja. Zehn Jahre waren es am 1. Januar, seit die Landesregierung von Baden-Württemberg den Nationalpark Schwarzwald ausgerufen hat.

„Für die Natur selbst sind zehn Jahre natürlich ein winziger Zeitraum“, sagt Nationalparkleiter Wolfgang Schlund. „Und trotzdem können wir schon viel Positives entdecken und beobachten, wie der Wald ein bisschen wilder wird.“ Gestartet ist der Nationalpark als Entwicklungsnationalpark mit einer Kernzone, die etwas größer als ein Drittel war. Mittlerweile ist sie schon etwas mehr als die Hälfte angewachsen. Bis spätestens 2044 kommt ein weiteres Viertel dazu. „Davon profitieren ganz besonders alle Arten, die auf strukturreiche Wälder und Totholz angewiesen sind und immer weniger Lebensräume finden“, erklärt Schlund.

Käfer und Pilze

Der seltene Dreizehenspecht etwa habe seine Population im Nationalpark stabilisiert. Auch Wendehals, Grauschnäpper und Grauspechte fänden hier wieder Brutplätze. „Die Zitronengelbe Tramete, eine Pilzart, die als echte Urwaldart gilt, konnten wir mittlerweile schon an vielen Stellen im Nationalpark nachweisen – genauso wie mehr als 440 Käferarten, darunter sehr seltene, die sich auf totes Holz spezialisiert haben“, berichtet der Biologe.

Großflächige Schutzgebiete wichtig

Das Großschutzgebiet im Schwarzwald zählt mit seinen knapp 10.000 Hektar zwar weltweit zu den kleinsten Nationalparks. „Und doch tragen wir unseren wichtigen Teil bei. Wir müssen der Natur den Raum geben, eigene Antworten zu finden. Weltweit können nur großflächige Schutzgebiete die vielfältigen, artenreichen Ökosysteme erhalten und stabilisieren, die für eine lebenswerte Zukunft entscheidend sind. Nur gemeinsam können wir für unsere nachfolgenden Generationen die Welt retten“, sagt Schlund.

Für Umweltministerin Thekla Walker ist das Jubiläum auf jeden Fall mehr als ein Grund zum Feiern: „Der Nationalpark sensibilisiert uns für den Natur- und Artenschutz, vermittelt anschaulich den hohen Wert des Prozessschutzes und macht wilder werdende Natur für uns zugänglich und erlebbar. Darüber hinaus ist der Nationalpark wichtiger Impulsgeber für die Region. Er regt an, sich auf vielen Ebenen zu vernetzen und große Themen im ländlichen Raum gemeinsam anzugehen – und das mit Erfolg“, sagt sie.

 

Bei diesem Text handelt es sich um eine leicht bearbeitete Pressemitteilung der Nationalparkverwaltung. Hier ist sie in voller Länge nachzulesen.

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Foto: Ausblick am Schliffkopf Rundweg / © Daniel Müller / Nationalpark Schwarzwald