Die Fledermaus liebt naturnahen Wald

Die Fledermaus liebt naturnahen Wald

27. Februar 2026 Aus Von waldreporter

Schleswig-Holstein: Steigende Zahlen bei Winterzählungen in den Quartieren der Fledermaus im naturnahen Wald

Neumünster, 27. Februar 2026. – Die aktuellen Winterzählungen in den Fledermausquartieren der Förstereien Schierenwald und Glashütte der Schleswig-Holsteinischen Landesforsten belegen erneut den Erfolg des Fledermausschutzes im Landeswald.

Sowohl die Zahl der überwinternden Tiere als auch die Vielfalt der nachgewiesenen Arten haben zugenommen. „Die Ergebnisse zeigen deutlich, dass unsere naturnahe Waldwirtschaft in Kombination mit den richtigen baulichen Maßnahmen an den Überwinterungsquartieren einen wichtigen Beitrag zum langfristigen Schutz der Fledermäuse leistet“, sagt Dr. Chris Freise, Direktor der Schleswig-Holsteinischen Landesforsten.

In den Fledermausbunkern von Hohenlockstedt haben die Forstleute bei der diesjährigen Kontrolle 1645 Fledermäuse gezählt – ein Zuwachs von 322 Individuen im Vergleich zum Vorjahr. Matthias Göttsche von der Faunistisch-Ökologischen Arbeitsgemeinschaft Schleswig-Holstein hat die Zahlen gemeinsam mit den Naturschutzfachleuten der Landesforsten erfasst. Sie haben Wasser-, Fransen-, Zwerg- und Breitflügelfledermaus sowie das Braune Langohr nachgewiesen.

Grundlage für Schutzmaßnahmen

„Die kontinuierlichen Winterkontrollen zeigen, dass Hohenlockstedt eines der bedeutendsten Winterquartiere für Fledermäuse im westlichen Schleswig-Holstein ist“, so Göttsche. Er gilt als der Fledermausexperte für Schleswig-Holstein. Seit 2019 zählen er und die Experten der Landesforsten die Fledermäuse in Hohenlockstedt. Die dort gewonnenen Erkenntnisse seien zudem eine wertvolle Grundlage für Schutzmaßnahmen an anderen Standorten im Land.

Auch die Winterquartiere bei Wahlstedt bestätigen den positiven Trend. Dort haben die Experten in diesem Winter 352 Fledermausindividuen gezählt – 14 mehr als im Vorjahr. Neben Wasser-, Fransen- und Breitflügelfledermaus und Braunem Langohr haben sie auch die sehr seltenen Arten Großes Mausohr, Bechstein-, Bart- und Teichfledermaus als Wintergäste nachgewiesen.

Für Chris Freise ist diese Entwicklung eng mit der naturnahen Bewirtschaftung der Landeswälder verknüpft. Strukturreiche Bestände, der gezielte Erhalt von Alt- und Totholz, unterschiedliche Baumarten sowie störungsarme Rückzugsräume böten ideale Voraussetzungen für Jagd, Fortpflanzung und Überwinterung der nächtlichen Jäger im Landeswald. „Unsere naturnahe Waldwirtschaft verknüpft nachhaltige Holznutzung und echten, wirksamen Artenschutz. Davon profitieren nicht nur Fledermäuse, sondern zahlreiche weitere geschützte Tier- und Pflanzenarten“, so Freise.

 

Der Text ist eine redigierte Pressemitteilung der Landesforsten Schleswig-Holstein. Hier das Original.
Die Fledermaus bei Waldfreund.in.

Foto: Braunes Langohr / ©  Julia Kauer / Landesforsten Schleswig-Holstein