DUH: Deutsche Bank finanziert Wald vernichtende Unternehmen

DUH: Deutsche Bank finanziert Wald vernichtende Unternehmen

28. Januar 2026 Aus Von waldreporter

Mit hunderten Millionen Dollar finanziert auch die Deutsche Bank Entwaldung – so die Deutsche Umwelthilfe (DUH) und die Umweltorganisation Harvest.

Berlin, 26. Januar 2026. Nach Angaben der Deutschen Umwelthilfe (DUH) und der Umweltorganisation Harvest finanziert die Deutsche Bank indirekt weltweit mit viel Geld Entwaldung. Demnach seien zwischen 2018 und 2024 fast 400 Millionen US-Dollar an Krediten sowie 176 Millionen US-Dollar an Investitionen in Unternehmen geflossen, die Wald vernichten.

Die Unternehmen aus Branchen wie Palmöl, Rindfleisch, Zellstoff und Soja seien allesamt Treiber globaler Abholzung. Die selbstgesetzten Umwelt- und Sozialrichtlinien der Deutschen Bank reichen offenbar nicht aus, um Entwaldungsrisiken zuverlässig auszuschließen. Das Kreditinstitut laufe damit Gefahr, gegen ihre selbstgesteckten Verpflichtungen zur Bekämpfung der Entwaldung zu verstoßen. Diese Diskrepanzen zwischen ihren erklärten Nachhaltigkeitszielen und den tatsächlichen Anlagepraktiken kritisieren die beiden Umweltschutzorganisationen als irreführend gegenüber den Kundinnen und Kunden.

Folgen für die Umwelt katastrophal

Laut Anahita Yousefi, der Gründerin von Harvest, müssen auch Finanzströme unter die Gesetze gegen das Zerstören von Ökosystemen in Lieferketten fallen, um Klima- und Biodiversitätsziele zu erreichen. „Nur mit verbindlichen Sorgfaltspflichten und Transparenz können wir die Finanzierung von Naturzerstörung und Menschenrechtsverletzungen sicher vermeiden.“

Sascha Müller-Kraenner, Bundesgeschäftsführer der DUH, sagt, die Folgen für die Umwelt seien katastrophal. „Auch die Deutsche Bank muss sicherstellen, dass ihre Aktivitäten keine Umwelt- und Menschenrechte verletzen.“

Laut DUH und Harvest sind europäische Banken sind für mehr als 22 Prozent der Kredite an internationale Unternehmen verantwortlich, die Ökosysteme wie den Regenwald gefährden. Trotzdem ist der Finanzsektor bisher weitgehend von zentralen EU-Regelungen wie der Entwaldungsverordnung und der Lieferkettenrichtlinie ausgenommen. Die Vorschläge der EU im sogenannten Omnibus-Paket drohen Transparenz- und Sorgfaltspflichten weiter abzuschwächen, anstatt sie zu stärken.

 

Der Text ist eine redigierte Pressemitteilung der DUH vom 22. Oktober vorigen Jahres (hier das Original).
Die DUH bei Waldfreund.in.

Foto: © DUH