Bunte Biomasse in zehn Bundesländern etabliert

Bunte Biomasse in zehn Bundesländern etabliert

16. September 2023 Aus Von waldreporter

Nicht nur Energieträger – „Bunte Biomasse“ gut für Artenvielfalt und Ressourcenschutz – weitere Landwirte gesucht.


Hamburg/Berlin, 16. September 2023. Für die Energiewende in Deutschland spielt Biogas eine wichtige Rolle. Es entsteht bei der Vergärung von Biomasse, die von Feldern kommt. Doch der Anbau der Energiepflanzen stellt auch echten Mehrwert für die Artenvielfalt und den Ressourcenschutz dar. Vor allem das Projekt „Bunte Biomasse“ der Veolia Stiftung, des Deutschen Jagdverbands sowie der Deutschen Wildtier Stiftung ist ein interessantes Standbein für Bäuerinnen und Bauern.

Während sich die Getreideernte für die Produktion von Lebensmitteln und Tierfutter in manchen Regionen Deutschlands in diesem Jahr lange verzögert hat, liegt das Substrat von ertragreichen Wildpflanzenkulturen zur Biomasseproduktion längst im Silo oder im Fermenter. Denn Landwirte ernten die Kulturen im Hochsommer unmittelbar vor der Hauptblüte. Dann hat das Erntesubstrat das höchste Methanpotential. Solange die Kulturen nicht klatschnass sind, spielt der Feuchtegehalt für die Ernte keine Rolle.

Hohe Hektarerträge

„Auch in diesem Jahr haben manche Landwirte wieder über 45 Tonnen Frischmasse des Wildpflanzensubstrats je Hektar erzielt“, berichtet Simon Hein, der für die Deutsche Wildtier Stiftung das Kooperationsprojekt Bunte Biomasse koordiniert. Bis zum Eintritt der Vegetationsruhe im Herbst wachsen die echten Stauden nun bereits wieder auf und bilden über den Winter einen Rückzugsraum für zahlreiche Tierarten. Gleichzeitig schützen sie die Flächen vor Erosion durch Wind und Wasser.

Das Pilotprojekt Bunte Biomasse fördert noch bis Ende 2024 den Anbau mehrjähriger, ertragreicher Wildpflanzenmischungen zur Biogasgewinnung. Mittlerweile hat sich Bunte Biomasse in zehn Bundesländern auf deutlich über 500 Hektar etabliert. Noch größer ist der politische Erfolg der Initiative: Mit Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Bayern und Baden-Württemberg gibt es in den vier größten Flächenländern und damit auf über 50 Prozent der Bundesfläche öffentliche Förderprogramme für den Anbau von Wildpflanzenkulturen.

„Mit Bunte Biomasse haben wir deutschlandweit einen echten Mehrwert für die Artenvielfalt und den Ressourcenschutz in unseren Feldfluren geschaffen“, sagt sich Sylke Freudenthal, Vorstand der Veolia Stiftung. „Durch den Eingang in die öffentlichen Förderprogramme hat das Anbausystem außerdem den Weg vom Modellprojekt in den Mainstream geschafft“.

Ausgleich für Landwirte

In einigen Bundesländern ist der Anbau von Wildpflanzenkulturen zur Biomasseproduktion aber bisher kaum bekannt und es gibt nur wenige Demonstrationsflächen. Dort suchen die Projektverantwortlichen noch gezielt nach landwirtschaftlichen Betrieben für den Anbau.

„Vor allem in Schleswig-Holstein, Hessen und in den östlichen Bundesländern suchen wir noch nach Landwirten, die bereit sind, mehrjährige, ertragreiche Wildpflanzenkulturen für die Biomasseproduktion zu etablieren und mindestens drei Jahre zu nutzen,“ ergänzt Marie Sange vom Deutschen Jagdverband. Die Landwirte bekommen aus Projektmitteln einen Ausgleich für ihre Deckungsbeitragsverluste und werden kostenlos bei der Kulturführung der Wildpflanzenbestände beraten.

 

 

Weitere Informationen über das Projekt Bunte Biomasse und die Ansprechpartner zur Umsetzung von Flächen: www.BunteBiomasse.de

Der Text ist eine Pressemitteilung des Deutschen Jagdverbands (DJV). Hier das Original.
Mehr über den DJV bei Waldfreund.in.

Foto: Wildpflanzenkulturen als alternative Energieträger schützen gleichzeitig die Flächen vor Erosion durch Wind und Wasser. (© Christian Kemnade/Deutsche Wildtier Stiftung)