Brennholz vom Forstamt: Hohe Nachfrage, moderat gestiegene Preise

Brennholz vom Forstamt: Hohe Nachfrage, moderat gestiegene Preise

16. Mai 2023 Aus Von waldreporter

Nach Angaben des HKI liegt der bundesweite Durchschnittspreis für Brennholz vom Forstamt bei 48 Euro pro Raummeter am Waldweg.

Wie der Industrieverband Haus-, Heiz- und Küchentechnik e.V. (HKI) mitteilt, liegt der Preis für einen Raummeter Brennholz vom Forstamt derzeit zwischen 35 und 58 Euro. Hierbei weisen Forstbeamte dem Selbstabholer markierte Holzstämme am Waldweg, sogenannte „Polter“ zu. Der bundesweite Durchschnittspreis für den Raummeter am Polter beträgt 48 Euro und ist, trotz der hohen Nachfrage, auf niedrigem Preisniveau um nur 20 Prozent höher als in den Vorjahren. Somit ist der Preis für Brennholz beim Direktbezug aus dem Wald vergleichsweise gering gestiegen.

Das sind die Ergebnisse der April-Umfrage des HKI bei deutschen Forstämtern. Eine jährliche Erhebung gibt es bereits seit 2011, wobei der Verband bundesweit 30 staatliche Forstämter befragt.

Brennholz ist kein Bauholz

„Aufgrund der zunehmenden Forderungen seitens Umweltverbänden und der Politik, dass Holz nicht zur Wärmeerzeugung, sondern ausschließlich für die Erzeugung von Bauholz und Möbeln verwendet werden soll, haben wir in diesem Jahr erstmalig auch die Qualität abgefragt“, sagt Frank Kienle, Geschäftsführer des HKI. „Wir bekamen durchgehend eine klare Antwort: Brennholz ist nicht sägefähiges Holz“. Das heißt, für Sägewerke taugt es nicht. Das Holz fällt bei der regelmäßigen Waldpflege, der Durchforstung und bei der Beseitigung von Sturmschäden an und ist für eine industrielle Verarbeitung nicht geeignet. Verrottet dieses Holz im Wald, wird die gleiche Menge CO2 freigesetzt wie beim Heizen. So verrottet zum Beispiel die Krone einer Lärche oder Buche auf dem feuchten Waldboden in ungefähr zehn Jahren.

Holz muss trocknen

Der Raummeter trockenes Hartholz hat ungefähr den Heizwert von 200 Litern Heizöl. Damit Holz umweltgerecht verbrennt, sollte die sogenannte Restfeuchte nicht mehr als 20 Prozent betragen. Bei frischen Scheiten führt der hohe Wasseranteil zu einer unvollständigen Verbrennung, starker Rauchentwicklung und hohen Emissionen. Erst nach ausreichender Lagerung an einem gut belüfteten und trockenen Ort, erreicht Holz die optimale Restfeuchte und dient als gutes Brennmaterial. Wer kaminfertiges Holz bevorzugt, wird im Brennstoffhandel oder Baumärkten fündig.

Grundsätzlich sollte der Verbraucher darauf achten, dass Brennholz aus der Region kommt. Regional geerntetes Holz gewährleistet kurze Transportwege. Zudem fließt der Erlös in den Erhalt der Waldwege sowie in eine nachhaltige Forstwirtschaft und unterstützt den Umbau der Wälder von Monokulturen zu gesunden Mischwäldern.

 

Der Text ist leicht bearbeitete und gekürzte Pressemitteilung des HKI.
Weitere Informationen gibt es unter www.ratgeber-ofen.de, eine Seite, die ebenfalls der HKI betreibt.
Die Meinung von Waldfreund.in zum Thema Brennholz.

Foto: Brennholz braucht einen schönen, trockenen,
gut durchlüfteten Lagerplatz (© Petra Schmidt /
pixelio.de)