Tiere offline mit KI bestimmen
Neue App „BirdNET Live“ erfasst Laute direkt auf dem Smartphone – auch offline – fast 9000 Vogelarten und andere Tiere.
Chemnitz/Würzburg, 14. September 2026. Die Identifizierung von Vogelstimmen mit Künstlicher Intelligenz ist mittlerweile zum Standard im Naturschutz geworden. In abgelegenen Regionen wird die praktische Anwendung jedoch oft durch das Fehlen eines Mobilfunknetzes behindert.
Die neue App „BirdNET Live“ soll das ändern: Ihre KI-Modelle erkennen mehr Arten als andere Apps und laufen vollständig lokal auf dem Smartphone – ganz ohne Internetverbindung. So können Forschende, Ranger-Teams und Citzen Scientists selbst in den entlegensten Winkeln der Welt strukturierte akustische Erhebungen durchführen. Bisherige Apps zur Erkennung von Tierstimmen stießen in der Praxis regelmäßig an ihre Grenzen: Ohne stabile Internetverbindung war eine Echtzeitbestimmung im Wald oder im Hochgebirge unmöglich.
Die neue App „BirdNET Live“, eine Weiterentwicklung der App „BirdNET“, löst dieses Problem durch einen technologischen Meilenstein: Die zugrundeliegenden KI-Modelle wurden so weit optimiert, verkleinert und beschleunigt, dass sie sich nun direkt auf dem Smartphone ausführen lassen.
„Maximale Gebrauchstauglichkeit“
Weltweit sind zurzeit rund 11.000 Vogelarten bekannt; die App erkennt davon aktuell 8.927. Außerdem kann sie auch die Laute von 268 Säugetieren, 254 Insekten und 340 Amphibien identifizieren – in Echtzeit und komplett offline.
Insgesamt erkennt „BirdNET Live“ fast 10.000 Tierarten akustisch – so viele wie sonst keine andere App, wie der leitende Entwickler Dr. Stefan Kahl von der Professur Medieninformatik der Technischen Universität Chemnitz sagt. Die nächstbeste Offline-App komme nur auf rund 2.300 Arten. Als Open-Source-Projekt bietet „BirdNET Live“ maximale Gebrauchstauglichkeit. Aktuell laufen die Bedienelemente der App in sieben Sprachen. Die Namen der nachgewiesenen Tierarten werden in 25 Sprachen übersetzt.
„BirdNET Live“ ist das Ergebnis einer engen interdisziplinären Zusammenarbeit im Rahmen des Projekts „RangerSound“, das die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) gefördert hat. Um die Schwachstellen bisheriger bioakustischer Systeme im praktischen Alltag zu identifizieren, arbeiteten Fachleute aus der Naturschutzbiologie der Universität Würzburg, das Ranger-Team des Nationalparks Bayerischer Wald, Hardware-Fachleute des Unternehmens Oekofor (Freiburg im Breisgau) sowie KI-Fachleute der TU Chemnitz Hand in Hand.
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Der hier leicht redigierte und gekürzte Text von Robert Emmerich (Presse- und Öffentlichkeitsarbeit Julius-Maximilians-Universität Würzburg) ist eine gemeinsame Pressemitteilung der Julius-Maximilians-Universität Würzburg (JMU), der Technischen Universität Chemnitz und der Nationalparkverwaltung Bayerischer Wald, veröffentlicht auf idw Informationsdienst Wissenschaft (hier).
Mehr vom idw bei Waldfreund.in.
Weitere Informationen:
https://birdnet.tu-chemnitz.de/live-app Homepage des Projekts
https://www.schlaumeise.org Portal für Lernende und Lehrende
Foto: Eichelhäher / © Uwe Kunze von pixelio.net
