Luchskatze Luna im Schwarzwald ausgewildert

Luchskatze Luna im Schwarzwald ausgewildert

6. August 2026 Aus Von waldreporter

Im Schwarzwald steigt die Zahl der Luchse nach Auswilderung der Luchskatze Luna auf zwölf. Auch Nachwuchs wieder belegt.

Freiburg, 6. August 2026. Baden-Württemberg hat unter Leitung der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt (FVA), Freiburg, einen Luchs im Schwarzwald ausgewildert. Es handelt sich um eine Luchskatze namens Luna.

Luna solle den Genpool der Luchspopulation im Land bereichern und sei für den Fortbestand dieser seltenen Tierart wichtig, so die zuständige Ministerin für Ländlichen Raum, Landwirtschaft und Heimat, Marion Gentges. Dr. Sybille Klenzendorf vom WWF Deutschland ergänzt, im Schwarzwald schließe sich somit eine Lücke im mitteleuropäischen Luchsvorkommen. Vernetzte, sich selbst erhaltende Bestände seien das Ziel. „Heute kommen wir diesem Ziel einen Schritt näher.“

Baden-Württemberg hat sich zum Ziel gesetzt, mittels Bestandsstützung eine Wiederbesiedlung des Landes durch Luchse zu ermöglichen und somit den genetischen Austausch mit benachbarten Luchsbeständen im Schweizer Jura, den Vogesen oder dem Pfälzer Wald zu ermöglichen. Der Schwarzwald biete dem Luchs mit seinen zusammenhängenden Waldflächen und seinem hohen Wildbestand ideale Lebensbedingungen. Mit Luna hat das Land insgesamt sechs Luchse ausgewildert. Damit steigt die Zahl der aktuell im Schwarzwald sicher nachgewiesenen selbstständigen Luchse auf insgesamt zwölf Tiere.

Luna eines von drei Weibchen im Schwarzwald

Hierzu trägt auch der Nachwuchs der beiden vor zwei Jahren ausgewilderten Luchse Verena und Reinhold bei. In einer bereits verlassenen Wurfhöhle von Luchsin Verena haben Experten zahlreiche Haare sichergestellt. Das Senckenberg-Zentrum für Wildtiergenetik hat die DNA von Luchsin Verena und einem Jungtier bestätigt. Mit hoher Wahrscheinlichkeit ist der Luchskuder Reinhold der Vater.

Luna stammt aus dem Europäischen Erhaltungszuchtprogramm für den Karpatenluchs und ist wertvoll für den Genpool des noch kleinen Luchsvorkommens im Schwarzwald und darüber hinaus. „Sowohl die Anzahl an Tieren als auch die genetische Diversität ist entscheidend für den langfristigen Erhalt einer gesunden Population“, so Prof. Dr. Ulrich Schraml, Direktor Forstliche Versuchs- und Forschungsanstalt (FVA). Die FVA achtet sehr genau darauf, wann der Luchs zum ersten Mal Beute macht – ein Zeichen dafür, dass das Tier gut in der Wildbahn zurechtkommt. Luna ist nun eines von drei Weibchen im Schwarzwald. Mit etwas Glück wird sie sich in der nächsten Paarungszeit mit einem der dort sesshaften Männchen fortpflanzen.

Wildbiologen und -biologinnen der FVA sind zuständig für das Monitoring des Beutegreifers Luchs im Land. Alle ausgewilderten Luchse werden mit Senderhalsbändern ausgestattet, um Daten zu ihrem Verhalten, ihren Streifgebieten und ihrer Fortpflanzung zu gewinnen.

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Der hier gekürzte und redigierte Text ist eine Pressemitteilung von WWF und Ministerium.
Luchse bei Waldfreund.in.
Foto: © Timo Deible / Zoo Karlsruhe