
Noch genug Holz bis zum Jahr 2062
Holz aus Deutschland bleibt uns als wichtiger nachwachsender Rohstoff noch eine Weile erhalten – laut Waldentwicklungs- und Holzaufkommensmodellierung bis 2062.
Gülzow-Prüzen, 21. Juli 2025. Der Wald ist eine unserer wertvollsten Ressourcen – als Lebensraum für Tiere und Pflanzen, als Klimaschützer und Erholungsort sowie als Rohstofflieferant für Wirtschaft und Gesellschaft.
Holz ist eine wertvolle, aber begrenzte Ressource. Daher sind Modelle wichtig, um die mögliche Entwicklung des Waldes und das künftige Rohholzaufkommen schätzen zu können. Dies soll die Waldentwicklungs- und Holzaufkommensmodellierung (WEHAM) leisten. Die WEHAM schätzt das Rohholzpotenzial des Waldes von 2023 bis 2062 und die zugehörige Waldentwicklung.
Die aktuelle WEHAM des Bundesministeriums für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH) zeigt: Der nachwachsende Rohstoff Holz dürfte in den nächsten vier Jahrzehnten weiter in gleichbleibend hoher Menge zur Verfügung stehen. Allerdings wird sich die Zusammensetzung des Holzaufkommens unter den zugrunde gelegten Annahmen perspektivisch verändern. Bei der Fichte ist das Potenzial kleiner als die Nutzung der vergangenen Jahre; Laubholz hingegen bekommt eine zunehmende Bedeutung. 52 Prozent des Potenzials stammen aus dem Privatwald.
Stabiler Vorrat
Das Rohholzaufkommen beträgt 80,6 Millionen Erntefestmeter pro Jahr im Mittel des 40-jährigen Prognosezeitraums. Im Vergleich zur Nutzung der Bundeswaldinventur 2022 startet die WEHAM mit einem um gut 20 Prozent höheren Rohholzpotenzial von etwa 88 Millionen Kubikmeter pro Jahr.
Der Gesamtvorrat bleibt bei rund 3,6 Milliarden Kubikmetern stabil. Allerdings verschiebt sich die Baumarten-Verteilung hin zu den Laubbäumen und die Durchmesserstruktur ändert sich durch die Aufforstung der Kalamitätsflächen. Denn infolge der anhaltenden Trockenheit und der massenhaften Ausbreitung von Schadinsekten in den vergangenen Jahren sind im Wald großflächige Kahlflächen entstanden. Gleichzeitig stehen umfangreiche Altbestände aus den Nachkriegsaufforstungen in den kommenden Jahrzehnten zur Nutzung an. Die heranwachsende Verjüngung führt zu einem hohen Rohholzpotenzial in kleineren Durchmessern, was mittelfristig – sowohl waldbaulich als auch arbeitstechnisch – herausfordernd sein wird.
Zu Beginn des Projektionszeitraums ist die Fichte die vorratsreichste Baumart, verliert jedoch im weiteren Verlauf rund 15 Prozent ihres Vorrats. Die Kiefer verzeichnet einen Rückgang von 20 Prozent. Im Gegensatz dazu nehmen die Vorräte von Tanne und Douglasie kontinuierlich zu. Die Buche bleibt die dominierende Laubbaumart, mit weiterwachsendem Vorrat in der zweiten Hälfte der Projektion. Die Eiche profitiert vom laufenden Waldumbau und steigert ihren Vorrat um 15 Prozent.
Der Text ist eine nur leicht redigierte Pressemitteilung des Kompetenz- und Informationszentrums Wald und Holz (KIWUH). Hier das Original.
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Foto: © FNR / Zdenka Hajkova