
Regenwald in Brasilien nachhaltig wiederherstellen
Die TH Köln und lokale Partner in Brasilien entwickeln Trainingsprogramm, um Regenwald wieder herzustellen.
Köln, 17. Februar 2025. Der Regenwald an der Ostküste Brasiliens ist nicht nur besonders artenreich, sondern auch massiv bedroht. Die brasilianische Gesetzgebung fordert daher seine Wiederbewaldung. Um das zu unterstützen, entwickeln die TH Köln und die lokale Umweltorganisation Regua seit Anfang 2024 Schulungskurse für die Zielgruppen vor Ort.
Biodiversität und Ökosystemleistungen wieder herstellen
Durch historische Rodungen, Ausweitung und Intensivierung der Landwirtschaft sowie Urbanisierung sind nur noch rund zwölf Prozent der ursprünglichen Waldfläche vorhanden. „Das ist zu wenig, um die Biodiversität und wichtige Ökosystemleistungen zu gewährleisten. Dazu zählen Wasserversorgung, Klimaregulierung und Schutz vor Naturgefahren wie Überschwemmungen, Hangrutschungen und Dürren“. Das sagt Projektleiter Professor Dr. Udo Nehren vom Institut für Technologie- und Ressourcenmanagement in den Tropen und Subtropen (ITT) der TH Köln. Zwar verpflichte die brasilianische Regierung Landbesitzende dazu, je nach Bundesstaat mindestens 20 bis 80 Prozent ihrer Flächen wieder zu bewalden, die Resultate seien bislang aber unzureichend.
An dieser Stelle treten ITT und Regua mit dem Projekt „Replantica“ im Bundesstaat Rio de Janeiro in Aktion: Das Projektteam entwickelt und optimiert bis Dezember 2026 sechs verschiedene Schulungskurse und bietet sie kostenfrei an. Die Kurse sind auf die jeweilige Situation und die individuellen Bedürfnisse der Zielgruppen zugeschnitten. Dazu zählen Landbesitzende, lokale Bevölkerung, Frauen, Studierende, Regierung/Behörden und NGO.
Maßnahmen zur Renaturierung
Jeder Kurs besteht aus drei Modulen. In diesen geht es um theoretische und praktische Fähigkeiten zur ökologischen Wiederherstellung von Waldgebieten und anderen Ökosystemen, die Bewertung und Verwaltung von durchzuführenden Maßnahmen zur Renaturierung und um Kooperationen sowie Finanzierungsmöglichkeiten. Die Kurse starten auf lokaler Ebene im Einzugsgebiet des Flusses Guapiaçu.
„Mit den Schulungskursen wollen wir Verständnis fördern und Wissen vermitteln“, so Dr. Claudia Raedig, Projektkoordinatorin des ITT. So soll langfristig ein Bewusstsein entstehen für die Bedeutung der biologischen Vielfalt und die Ökosystemleistungen des Atlantischen Regenwaldes. Zudem zeigen die Projektpartner Möglichkeiten, degradierte Flächen wiederherzustellen.
Links zum Weiterlesen:
Zum Transferprojekt „Aufbau von Kapazitäten für die Wiederherstellung von Wäldern: Schutz von Biodiversität und Klima in der Mata Atlântica“ („REPLÂNTICA“).
Informationen über die Umweltorganisation Reserva Ecológica de Guapiaçu (REGUA).
Zur Pressemitteilung der TH Köln, auf der diese Nachricht beruht (gekürzt und redigiert).
Mehr über Regenwald bei Waldfreund.in.
Fotos:
1 Nickolas Locke, Präsident von REGUA, leitet das REPLÂNTICA-Projekt auf brasilianischer Seite, und Raquel Locke, Vizepräsidentin von REGUA bei der Arbeit. Sie unterstützen das Projekt bei der Pflege der lokalen Netzwerke. (© Vitor Marigo)
2 Das Projekt REPLÂNTICA wird im ökologischen Reservat REGUA an den Ausläufern der Bergkette Serra do Mar im brasilianischen Atlantischen Regenwald umgesetzt. (© REGUA)
3 Projektleiter Prof. Dr. Udo Nehren vom Institut für Technologie- und Ressourcenmanagement in den Tropen und Subtropen (ITT) der TH Köln beim Kick-off-Workshop. (© Marcio Mendes)